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Madrid: Massendemonstration gegen Gewalt an Frauen und Frauenfeindlichkeit

Madrid: Massendemonstration gegen Gewalt an Frauen und Frauenfeindlichkeit
Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter prangerten prekäre Arbeitsverhältnisse an (rf-foto)

München (Korrespondenz), 09.11.15: Stolz und glücklich feierten die Organisatorinnen der Massendemonstration gegen Gewalt an Frauen, die am 7. November 2015 in Madrid stattfand, ihren großartigen Erfolg. 400 Frauenorganisationen und -initiativen hatten zu der "Marcha Estatal contra las Violencias Machistas" aufgerufen. Eine kilometerlange Demo - die Medien sprechen von einigen zehntausend, die Veranstalterinnen von einer halben Million Menschen - zog fünf Stunden lang vom Kunstmuseum "Prado" durch die Innenstadt bis zur Plaza de España und forderte die Ächtung jeglicher Gewalt an Frauen.

1.378 Morde an Frauen in Spanien seit 1995 sind bekannt. Rednerinnen sprachen von der "Spitze des Eisbergs", in Wirklichkeit kamen vermutlich noch viel mehr Frauen unter anderem durch sexuelle Gewalt zu Tode. Dazu kommen unzählige verletzte Frauen, Sexismus im Alltag und eine starke spezifisch frauenfeindliche Unterdrückung.

Bürgerliche Frauen, Studentinnen, Medienschaffende, Gewerkschafterinnen, Frauen vom Land, Frauen und Mädchen aus allen Regionen Spaniens und allen politischen Richtungen auf antifaschistischer Grundlage hatten sich für diese erste große spanienweite Demonstration für existentielle frauenpolitische Anliegen zusammengeschlossen. Mit von der Partie waren die beiden Bürgermeisterinnen von Madrid und Barcelona, Manuela Carmena und Ada Colau.

Sehr viele Männer nahmen an der Demonstration teil und unterstützen deren Organisation. Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter prangerten die doppelte Ausbeutung der Arbeiterinnen an. Die kämpferische spanische Frauenbewegung nahm die gesellschaftlichen Verhältnisse aufs Korn, die ein frauenfeindliches Klima prägen, darunter den reaktionären Katholizismus, das Erbe des Franquismus und die aktuelle Abwälzung der Krisenlasten auf die breiten Massen.