Politik

Solidarität siegt: Erfolgreicher Kampf gegen Zwangsräumung einer syrischen Familie in Herne

Solidarität siegt: Erfolgreicher Kampf gegen Zwangsräumung einer syrischen Familie in Herne
Gelebte Solidarität: Protest verhindert Zwangsräumung (rf-foto)

Herne (Korrespondenz), 09.11.15: In einer gemeinsamen Kampfaktion von MLPD, REBELL, Frauen des Frauenverbands Courage, Flüchtlingen und Nachbarn konnte verhindert werden, dass eine sechsköpfige Familie aus Holsterhausen in die Obdachlosigkeit gezwungen wurde. Die Familie lebt seit elf Jahren in Deutschland. Die vier Kinder sind seit Beginn 2015 bei den Herner Rotfüchsen und gehen alle in Herne-Holsterhausen zur Schule.

Die Familie lebt zur Zeit notgedrungen von Hartz IV. ... Das Haus, in dem die Familie wohnt, ist sozialer Wohnungsbau und wird von der Viva West verwaltet. Diese hat der Familie im Juli 2015 die Wohnung fristlos gekündigt. ...

Schon vor Eintreffen des Gerichtsvollziehers wurde die Nachbarschaft informiert und aufgefordert, sich zu solidarisieren. Kritisiert und nicht geduldet wurden üble Angriffe auf die Familie von Rassisten aus der Nachbarschaft, mit Verleumdungen und Unterschriftensammlung für ihren Rauswurf. ...

Beim Eintreffen des Gerichtsvollziehers, zweier Mitarbeiter der Viwa West und Möbelpackern, stellten sich alle vor die Haustür – vom 13-Jährigen bis zur 70-Jährigen standen alle wie eine Eins und versperrten die Tür. Die Beiträge am offenen Mikro gingen weiter. Auch die dann gerufenen zehn (!) Polizisten konnten an der Blockade nichts ändern. Sichtlich unwohl fühlte sich der Einsatzleiter der Polizei. ...

Durch den massiven Protest und die große Solidarität gelang es, dass ein Mitarbeiter des Sozialamts Herne innerhalb von zwei Stunden eine dauerhafte und besser geeignete Wohnung im Wohngebiet für die Familie organisiert hat, in die sie noch am Abend eingezogen ist. Dies wurde von allen Teilnehmern mit teils Tränen in den Augen als Erfolg gefeiert. Das war gelebte Solidarität!