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Gesundheitszentrum Kobanê: "Kein Verständnis für die Untätigkeit der Bundesregierung"

Gesundheitszentrum Kobanê: "Kein Verständnis für die Untätigkeit der Bundesregierung"

04.12.15 - Der Vorsitzende des Solidaritäts- und Fördervereins „Gesundheitszentrum Kobanê“, Frank Jasenski, hat an die zuständigen Stellen des Auswärtigen Amts, den Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, und das Deutsche Generalkonsulat in Erbil folgenden Offenen Brief geschickt:

„...Ihren Standpunkt vermögen wir allerdings in keiner Weise zu teilen. Sie erwarten Verständnis dafür, dass die Bundesregierung und das Auswärtige Amt jegliche diplomatische Unterstützung des Anliegens unserer humanitären Helfer auf Grenzübertritt nach Rojava/Syrien rundweg ablehnen mit der Begründung, dass für dieses Gebiet eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes besteht. Dafür haben wir keinerlei Verständnis!

Unsere humanitären Helfer sind keine Touristen, sondern engagierte Menschen, die ehrenamtlich und uneigennützig ihre Fachkenntnisse und ihre Arbeitskraft für ein richtungsweisendes und völkerrechtlich geschütztes humanitäres Hilfsprojekt einsetzen und sich des Risikos ihres Einsatzes in einer Krisenregion bewusst sind. … Seitens der Bundesregierung wird immer wieder betont, dass sie großen Wert auf die Bekämpfung von Fluchtursachen legt. … Genau daran arbeitet das Projekt des Gesundheits- und Sozialzentrums in Kobanê. Wir haben mit unseren Schreiben hinreichend deutlich gemacht, dass es einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau von Kobanê leistet und Signalwirkung hat, damit die Bewohner in ihre Heimat zurückkehren können. 170000 Menschen haben dies inzwischen bereits getan!"

Der komplette Offene Brief kann hier gelesen werden!