Frauen

Berlin: “Wir demonstrieren heute auch gegen die Frauen- und Flüchtlingspolitik der Bundesregierung"

Berlin (Korrespondenz), 10.03.16: In Berlin haben zahlreiche Veranstaltungen, Infostände und eine große Demonstration zum 105. internationalen Frauentag stattgefunden. Zum dritten Mal fand eine kämpferische Demonstration unter dem Motto "Gemeinsam Grenzen einreißen" statt, an der sich trotz Sauwetters an die 3.000 Frauen und Männer beteiligt haben. Ein breites demokratisches Bündnis hatte aufgerufen, es waren zahlreiche Organisationen und Initiativen der kämpferischen Frauenbewegung beteiligt.

Eine gute Mischung von jungen und älteren Demonstrantinnen prägte das Bild; auch zahlreiche Männer haben sich eingereiht. Gegenüber "rf-news" sagte Lotte: "Ich schätze die Frauenrechte in Deutschland, trotzdem gibt es immer noch große Ungerechtigkeit, z.B. in den Berufen.“ Jens: "Ich bin bei der Demonstration dabei, weil sich jeder für Frauenrechte einsetzen sollte." Zur 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Nepal sagte Lotte: "Ich halte sehr viel davon, wenn sich die Frauen weltweit zusammenschließen und werde mich auf der Homepage darüber informieren."

Es gab vielfältige Reden zu den Themen Sexismus, Rassismus, internationale Frauenbewegung und Arbeiterinnenkämpfe. In einer demokratischen Streitkultur wurde der Standpunkt der Akzeptanz von Prostitution kritisiert. Es gab keine Dominanz einer Partei: Linkspartei, SPD, Grüne und die MLPD waren zu sehen. Die MLPD trug das Transparent "Für die Befreiung der Frau im echten Sozialismus" und hat gleichberechtigt an dem Bündnis mitgearbeitet. "Frauen und Mädchen haben in den letzten Jahren in Kämpfen und Aufständen mit einer neuen Entschlossenheit die Bühne des Kampfes betreten" sagte die Vertreterin der MLPD am offenen Mikrofon.

Der Frauenverband Courage hat sich in der Demonstration einen Namen gemacht, war gut zu sehen, hielt eine Rede und sammelte Spenden für die 2. Weltfrauenkonferenz. Frederike vom "Frauen*kampftag"-Bündnis sagte bei der Abschlusskundgebung:
"Wir demonstrieren heute auch gegen die Frauen- und Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Es ist vorbei, dass wir Frauen nur Blumen geschenkt haben wollen. Wir wollen einen 8. März, der den politischen Kampf der Feministinnen und Feministen gegen Sexismus wieder in den Fokus rückt. Der Rassismus und die reaktionäre Familienpolitik der AfD ist keine Alternative, das haben wir heute deutlich gemacht.“