Frauen

Dresden: Mit Rosen und Flugblatt

Dresden (Korrespondenz), 10.03.16: Mittlerweile ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, dass nicht nur bei Infineon, sondern auch bei den zwei anderen Halbleiterkonzernen in Dresden eine gewerkschaftliche Aktion zum 8. März vorbereitet und durchgeführt wird.

So gab es dieses Jahr zum zweiten Mal von gewerkschaftlichen Betriebsräten und Vertrauensleuten der drei Halbleiterbetriebe ein gemeinsames Flugblatt zum 8. März, in dem allen Kolleginnen nicht nur herzlich gratuliert, sondern auch Forderungen aufgestellt, bzw. der aktuelle Bezug zur tatsächlichen Situation der Frauen im Betrieb und Alltag gezogen wird. So wird der fehlende Betriebskindergarten bei der X-Fab bemängelt, Stimmen von Kolleginnen von Infineon wiedergegeben, die über den wachsenden Druck und die Zerreißprobe zwischen Schichten und Familie berichten. Die Forderung nach einem Tarifvertrag mit Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich richtet sich auf den Erhalt von Arbeitsplätzen und auf die Milderung der Zerreißprobe bei Globalfoundries.

Mobilisiert wurde dabei auch auf die Dresdner Bündnisaktion "Frauenrechte- grenzenlos" auf der Prager Straße und es wurde die Weltfrauenkonferenz vorgestellt, an der zwei IGBCE-Frauen vom Bezirksfrauenausschuss teilnehmen wollen.

Bei Schichtende und / oder vor der Kantine: Jeder Kollegin wurde gratuliert und dabei eine Rose und Flyer überreicht. Eine Aktion, die sehr gut ankam und auf Anerkennung stieß!

Ein toller Erfolg war auch die Demonstration am 8. März in Dresden. Knapp 250 Frauen und auch einige Männer demonstrierten erstmals wieder seit vielen Jahren am 8. März vom Bahnhof bis zum Kundgebungsplatz auf der Prager Straße. Ncht unumstritten, aber dann doch erfolgreich durchgekämpft, kam dieses Jahr ein breites auch internationalistisch geprägtes Bündnis zum 8. März zustande. Von SPD, Linken, Grünen, MLPD, Aktivistinnen von kirchlichen Frauenorganisationen, Flüchtlingshilfe, Frauenprojekten, Frauenverband Courage, Umweltgewerkschaft, IGBCE-Frauen, Kurdinnen, Migranntinnen
und vielen weiteren Einzelfrauen! Das offene Mikrophon und die Redezeitbeschränkung auf fünf Minuten haben sich gut bewährt. Es gab zahlreiche Redebeiträge: angefangen mit der Landtagsabgeordneten von der SPD, der Linken bis zur Repräsentantin der MLPD, die auf das Ziel einer befreiten Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung einging. Eine junge Kurdin sprach engagiert über die Bedeutung des Freiheitslampfs in Rojava für die Befreiung der Frau. Eine Gewerkschafterin und Couragefrau ermutigte die Frauen, sich zu organisieren und stellte dabei die Weltfrauenkonferenz in Kathmandu vor. Ein Frauenchor sang das Lied "Brot und Rosen" und an den zahlreichen Infoständen entstanden neue Kontakte und entwickelten sich interessante Gespräche.