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Internationaler Frauentag: "Lasst uns mobilisieren, damit all dies auf der Weltfrauenkonferenz zusammenkommt"

Internationaler Frauentag: "Lasst uns mobilisieren, damit all dies auf der Weltfrauenkonferenz zusammenkommt"
Rednerin auf der Demonstration am 5. März in Düsseldorf wirbt für die Weltfrauenkonferenz (rf-foto)

08.03.16 - Weltweit fanden bereits in den letzten Tagen - vor allem am Wochenende - Kundgebungen, Demonstrationen und Veranstaltungen zum diesjährigen Internationalen Frauentag statt. Auch viele Montagsdemonstrationen in Deutschland standen in seinem Zeichen. Am heutigen 8. März finden weitere Aktionen statt. Rund 400 Frauen, darunter Arbeiterinnen der Textilfabrik Tray Arm, demonstrierten in der thailändischen Hauptstadt Bangkok gegen die Militärdiktatur und für Arbeiter- und Frauenrechte. Die Polizei konfiszierte Transparente, auf denen ein Ende der Militärgerichte gegen Zivilisten und das Recht auf Schwangerschaftsabbruch gefordert wurden.

Schon am vergangenen Freitag hatten in der palästinensischen Westbank 500 Israelis und Palästinenser gemeinsam an verschiedenen Grenzübergängen gegen die israelische Besatzung und für den Internationalen Frauentag protestiert. Sie riefen Parolen gegen die Gewalt an Frauen und Häuserzerstörungen durch die israelischen Besatzer. Es war die vierte vom Bündnis "Standing Together" organisierte gemeinsame Demo. In der Türkei wurden Demonstrationen von der Erdogan-Regierung verboten und teilweise von Polizei gewaltsam aufgelöst.

In Deutschland gab es große Demonstrationen unter anderem in Berlin mit über 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie 800 in Düsseldorf. In vielen weiteren Städten gab es kleinere Aktionen mit teilweise ebenfalls über 100 oder mehreren hundert Frauen und Männern. Sie sind zunehmend geprägt von breiten Bündnissen und dem festen Bestandteil einer aktiven Teilnahme der MLPD.

In einem Aufruf der Europakoordinatorinnen der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen, die in wenigen Tagen in Nepal beginnen wird, heißt es dazu unter anderem: "Liebe Frauen, am 8. März gehen wir gemeinsam mit Millionen Frauen auf der ganzen Welt auf die Straße, demonstrieren oder führen andere Aktivitäten durch. Der Internationale Frauentag ist einer der drei gemeinsamen Aktions- und Kampftage der Weltfrauen – der Frauen, die gerade die 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen vorbereiten und vom 13. bis 18. März 2016 in Kathmandu/Nepal durchführen werden.

Das Frauenbewusstsein und die internationale Zusammenarbeit wachsen, weltweit und auch in Europa. In der europaweiten aktuellen Flüchtlingskatastrophe sind die flüchtenden Frauen und Kinder oft die am meisten Leidtragenden – Frauen stehen aber auch an der Spitze, wenn es um die Organisierung von internationaler Solidarität und praktischer Hilfe an der Basis geht.

Frauen stehen auf gegen Sexismus und Rassismus! Nach den vermutlich organisierten sexuellen und kriminellen Angriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten, organisierte die Frauenbewegung Protestaktionen gegen sexuelle Belästigung und gegen die Versuche reaktionärer Kräfte, dies für eine rassistische Diskriminierung aller männlichen Flüchtlinge zu nutzen. Frauenorganisationen außerhalb Deutschlands, wie beispielsweise in Paris/Frankreich positionierten sich ebenfalls in dieser Weise.

Arbeiterfrauen stehen auf für die Verteidigung ihrer Arbeitsplätze, gegen niedrige Löhne und gesellschaftliche Geringschätzung sogenannter Frauenberufe. Die Reinigungs- und Pflegekräfte in den Niederlanden führen einen harten Kampf um ihre Arbeitsplätze und einen menschenwürdigen Standard in der Pflege ihrer Patienten. Sie haben sich organisiert und neue Verbindungen geknüpft wie zum Beispiel die Zusammenarbeit zur gegenseitigen Unterstützung mit den Hafenarbeitern. Die hauptsächlich weiblichen Beschäftigten in deutschen Kindertagesstätten führten einen entschlossenen Streik für höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und mehr gesellschaftliche Anerkennung für ihre für die Zukunft so bedeutende Arbeit. Trotz der oftmals schwierigen Auswirkungen für die Eltern der Kinder, wurden sie von einer großen Mehrheit von ihnen unterstützt. Frauenbewegung und Arbeiterbewegung wachsen zusammen. ...

Frauen stehen auf im Kampf für die Befreiung der Frau, Freiheit und Demokratie! Die Frauen in Kobanê und Rojava und die Frauen in Nepal trotzen mutig faschistischen Angriffen und imperialistischen Blockaden – im Vertrauen auf die internationale Solidarität der Frauen weltweit. Wir werden uns in Kathmandu treffen, voneinander lernen, neue Verbindungen knüpfen und uns gegenseitig helfen uns immer besser in unseren Ländern zu organisieren. Lasst uns all diese Berge erklimmen – gemeinsam schaffen wir das!

Also:

  • Frauen der Welt, lasst uns mobilisieren, damit all dies auf der Weltfrauenkonferenz in Kathmandu zusammenkommt!
  • Lasst uns weltumspannend enge Verbindungen knüpfen und unsere Kämpfe zusammenführen.
  • Lasst uns gemeinsam und von einander lernen, um uns für das Meistern all der zukünftigen Aufgaben zu qualifizieren und eine strahlende Zukunft für die Frauen und die Menschheit zu erobern.

Die Weltfrauenkonferenz wird sehr wichtig sein, um einen weltumspannenden Blick zu bekommen und für das ermutigende Gefühl, nie allein zu sein, sondern starke Freundinnen und Verbündete in den Frauen der ganzen Welt zu haben. Zeigt Courage, sammelt Geld, entscheidet euch teilzunehmen und werdet in der einen oder anderen Art organisierter Teil dieses zukunftsorientierten Weltfrauenprozesses!" (Vollständiger Text des Aufrufs)

Korrespondenzen über Aktivitäten im Vorfeld des heutigen 8. März finden Sie auf "rf-news" hier und hier.