Frauen

Mülheim: Frauen der Welt erheben ihre Stimme

Mülheim an der Ruhr (Korrespondenz), 12.03.16: Unter diesem Motto führten wir selbstbewusst unsere Straßenaktion zum Internationalen Frauentag durch. "Soviel Frauenpower war hier auf dem Platz ja noch nie!"

So das Resümee eines teilnehmenden Mannes nach der gelungenen Aktion.
Ca. 60 ständige Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kreis stehend waren Magnet für vielen Passanten, die immer wieder stehen blieben und den interessanten, spannenden und vielfältigen Beiträgen zuhörten. So eröffnete eine Studentin und Feministin der Universität Essen-Duisburg, die ihre Bachelorarbeit über das Leben der Bäuerinnen in Südafrika schreibt, mit einem engagierten Beitrag über die notwendige Befreiung der Frau die Diskussion. Fememorde, Blutrache und Zwangsheirat wurden in weiteren  Redebeiträgen angeprangert. So mussten in der Türkei im letzten Jahr mehrere hundert Frauen ihr Leben lassen, weil sie sich den rückschrittlichen Moralvorstellungen widersetzt hatten. Eine Couragefrau warb für einen starken überparteilichen Frauenverband und stellte sich als Teilnehmerin der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen vor. Wir sind schon gespannt auf ihren Bericht nach ihrer Rückkehr.

Das Bürgerbündnis "Mülheim steht AUF" solidarisierte sich mit einem Redebeitrag; ein Redebeitrag erinnerte an die AKW-Katastrophe vor fünf Jahren in Fukushima und lud zum Filmabend "Little Voices of Fukushima" ein.
Eine junge Studentin kongolesischer Herkunft stellte sich mitten in den Kreis der Zuschauer und trug ihr selbstverfasstes Gedicht vor, das eindringlich schilderte, wie junge Männer in Afrika von terroristischen faschistischen Banden in den Krieg gezwungen werden und ihr Leben verlieren. Während eine Vertreterin der Linkspartei sprach, verteilten die linken Männer rote Nelken.

Die frauenpolitische Sprecherin der MLPD schlug den Bogen zur tatsächlichen Befreiung der Frau im echten Sozialismus. Es wurde die Streitschrift "Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau" beworben. Das offene Mikrofon war umlagert und wurde nach einer Stunde mit weiteren Beiträgen von Passantinnen beendet: sie kritisierten, dass die Frauenbeauftragte in Mülheim nicht mal auf eine E-Mail der Gruppe "One Billion Rising" reagierte, als sie ihr Engagement für den 8.3. anbot, wo in Mülheim das Frauenhaus von Schließung bedroht ist, weil die Gelder zusammengestrichen werden. Geld für den weiteren Ausbau des Prestigeprojekts Ruhrbania ist aber immer vorhanden. Eine Frau wünschte sich nicht nur die ökonomische Befreiung, sondern eine freie wirklich gleichberechtigte Gesellschaft. Eine andere Frau berichtete stolz, wie sie sich im Beruf einer Männerdomäne behauptete und kritisierte das abgehobene Leben der Bundeskanzlerin von den einfachen Menschen. "Da kann man noch so viele E-Mails schreiben; ... ich möchte mal gerne an sie herankommen." Ein weiterer Beitrag kritisierte die Zusammenarbeit von Angela Merkel mit der türkischen faschistoiden Regierung.

Mit einer Spendensammlung als Beitrag zur Finanzierung der Weltfrauenkonferenz, den Liedern "Brot und Rosen" und "Kobanê, Kobanê" sowie Kaffee und Kuchen beendeten wir die erfolgreiche Straßenaktion bei frischen Temperaturen, aber mit sonnigen Abschnitten.