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Weltfrauenkonferenz in Kathmandu eröffnet: "Machen wir die 2. Weltfrauenkonferenz zu einem großen Erfolg!"

Weltfrauenkonferenz in Kathmandu eröffnet: "Machen wir die 2. Weltfrauenkonferenz zu einem großen Erfolg!"
Große Demonstration eröffnet die 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen im nepalesischen Kathmandau (rf-foto)

13.03.16 - Das Transparent "Let's make grand success the 2. World Women Conference" führte die Demonstration von mehr als 2.000 Weltfrauen am heutigen Sonntag in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu an. Internationale Frauen und Koordinatorinnen trugen das Transparent mit der programmatischen Losung auf Nepali und Englisch. Der machtvolle Frauenmarsch eröffnete die zweite Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen, die bis zum 18. März dauert. In einem Brief schreiben zwei Berichterstatterinnen:

"Es ist genau richtig, die Weltfrauenkonferenz mit dieser machtvollen Demonstration zu eröffnen, denn weltweit stehen Frauen auf, für ihre Interessen zu kämpfen. ... Am Sammelpunkt begrüßten uns hunderte Frauen aus Nepal in ihren tollen farbenfrohen Kleidern. Am Tag vorher wurde ... erkämpft, dass die syrischen Frauen – obwohl sie kein Visum beantragen konnten – mit Hilfe des Außenministers von Nepal einreisen konnten."

Mit einer haarsträubenden Begründung hatten nepalesische Behörden zudem die aus Afghanistan stammende deutsche Jugenddelegierte Shamla Sarabi aus Essen auf dem Flughafen Kathmandu aufgehalten und mit dem nächsten Flieger zurück nach Dubai abgeschoben. Ihr Pass sei nicht maschinenlesbar! Wohlweislich: Shamla reist mit gültigem Pass und gültigem Visum.

Sofort begann eine politische Offensive in Nepal und in Deutschland. Protestschreiben der Asienkoordinatorin der Weltfrauenkonferenz, die auch Parlamentsabgeordnete ist, sowie des nepalesischen Außenministers wurden auf den Weg nach Dubai gebracht. Die afrikanischen Frauen verabschiedeten eine Protestresolution und es wurde nicht lange gefackelt: eine laute Demonstration kämpferischer Frauen zog durch die Stadt:

"Unangemeldet, mitten auf der Straße und gut geschützt durch unsere Ordner-Ketten, wie wir sie am 8. März kennengelernt hatten. Von den Afrika-Frauen konnten wir Kreativität und Musikalität bei den Parolen lernen: Aus 'We want Shamla in Nepal!' wurde ein Song mit Tanz! Angeführt wurde die Demonstration von der Asienkoordinatorin Durga Paudel und der Europakoordinatorin Monika Gärtner-Engel.

Nach kurzer Zeit kam Polizei und sprach Durga an: Das ginge doch nicht, wir könnten doch nicht einfach so eine Demonstration machen. Ihre Antwort: 'Wir lassen nicht zu, dass die Delegierten unserer Weltfrauenkonferenz nicht ins Land gelassen werden!' Daraufhin bekamen wir Polizeischutz, der vor der Demonstration lief und dann unsere Kundgebung schützte." (Bericht vom 12. März 2016 auf der Webseite der Weltfrauenkonferenz und 4-minütiger Film auf Youtube).

Heute nun konnte Europakoordinatorin Halinka Augustin bekanntgeben: "Aufgrund der Demonstration und der Proteste gestern wird auch Shamla nach Nepal kommen! Gestern riefen wir: We want Shamla in Nepal now! Und heute wird sie da sein!"

Weiter heißt es im Bericht der beiden rf-news-Korrespondentinnen über die große Auftaktdemonstration: "Es folgte ein lebendiger Demonstrationszug, der von den nepalischen Frauen eingerahmt wurde ... . Afrikanische Frauen riefen singend ihre Parolen und tanzten dazu. ... Kämpferische Lieder aus unterschiedlichsten Ländern wurden gesungen. Am offenen Mikrofon stellten sich die Frauen vor. Es gab ein buntes Fahnenmeer von International Womens Alliance, IG Metall, REBELL, YPG, Courage, ICOR/MLPD, ver.di, Gabriela/Phillipinen und so weiter.

Ideenreich gestaltete Transparente wie von Frauen aus Kurdistan mit dem wunderbaren Gruß: 'From the mountains oft Kurdistan to the highest mountains of the world! Womans radical struggle for a free life' (Von den Bergen Kurdistans zu den höchsten Bergen der Welt! Der radikale Frauenkampf für ein freies Leben). ... Die Notwendigkeit, organisiert zu kämpfen, wurde deutlich. Und der Kampf um die Befreiung der Frau, für die internationale Revolution und eine befreite Gesellschaft.

Auf der Demo sah man den Stolz der Frauen, sie wurde von tausenden Zuschauern auf der Straße, in den Geschäften und aus den Wohnungen schwer beachtet und wohlwollend begrüßt. Wir selbst waren natürlich auch überwältigt von unseren Eindrücken im Marsch durch die Straßen Kathmandus."

Der Kampf um die Einreise, kämpferische Auftaktdemonstration und Verschwesterung, Ideenreichtum und Kampfgeist, Zusammenhalt, Verantwortungsgefühl und Solidarität bei den Werbe- und Spendeneinsätzen: die Tage unmittelbar vor und bei Beginn der 2. Weltfrauenkonferenz zeigen wie unter einem Brennglas, wie die Herausforderungen angepackt und gemeistert werden.

Stefan Engel, Vorsitzender der MLPD und Hauptkoordinator der ICOR, grüßt die 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen mit den Worten: "Es ist mir eine große Ehre und Freude, Euch die revolutionären Grüße der revolutionären Weltorganisation ICOR zu überbringen. Die ICOR hat seit ihrer Gründung die Befreiung der Frau zu ihrem programmatischen Ziel gemacht. Deshalb unterstützt sie mit ihren inzwischen 49 Parteien und Organisationen auf vier Kontinenten den Prozess der Weltfrauenkonferenz als eine wirkliche kämpferische Initiative der Basisfrauen. Die heutige Konferenz in Kathmandu ist ein  Sieg der internationalen kämpferischen Frauenbewegung allen Widerständen zum Trotz. ... Die weltweit verbundene kämpferische Frauenbewegung entwickelt sich zu einem wichtigen Bindeglied zwischen der internationalen Arbeiterbewegung und der breiten Volksbewegung aller Unterdrückten. Der Kampf um die Befreiung der Frau wird siegreich sein, wenn er mit dem Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung und gegen den Imperialismus gemeinsam geführt wird." (Das Grußwort der ICOR im Wortlaut ist hier zu finden).

Das Gesamtprogramm, die Workshop-Konzepte, Grußworte, Berichte und Fotos - aktuell und lebendig auf der Webseite der Weltfrauenkonferenz, deren Besuch sich jeden Tag aufs Neue lohnt!