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Abschlussplenum der 2. Weltfrauenkonferenz in Kathmandu/Nepal

Abschlussplenum der 2. Weltfrauenkonferenz in Kathmandu/Nepal
Monika Gärtner-Engel bedankt sich beim Abschlussplenum für die gute Zusammenarbeit

19.03.16 - Meral Cicek, Koordinatorin des Mittleren Ostens eröffnete das Abschlussplenum mit den Worten: "Erst, wenn die Berge Kurdistans, die Täler Lateinamerikas, die Wüsten der Städte Europa, die Dörfer Afrikas die Stimmen der Weltfrauen erhören, dann haben wir Frauen die höchsten Berge erklommen. Weltfrauen fällt starke Entscheidungen!" Mit einer Schweigeminute für alle gefallenen Frauen im Kampf um ihre Befreiung und mit Applaus für alle kämpfenden Frauen wurde das Plenum fortgesetzt.

Anschließend wurde aus jedem der zehn Workshops kurze, sehr beeindruckende Berichte vorgelegt. Die Frauen aus 48 Ländern haben sich mit vielen Fragen und Erfahrungen ihres Lebens, ihrer Kämpfe und ihrer Perspektiven auseinandergesetzt, sich beraten und überlegt, wie sie sich gegenseitig unterstützen können. Nicht immer waren sich die Frauen in allen Fragen einig, aber sie betonten, dass ein starkes Netzwerk wie die Bewegung der Weltfrauen nötig ist, um immer mehr Frauen für den gemeinsamen Kampf für die Befreiung der Frau zu mobilisieren.

Es war in allen Workshops sehr beeindruckend, dass die Prinzipien der Weltfrauenkonferenz, die Überparteilichkeit, die breite Demokratie und auch die finanzielle Unabhängigkeit sich immer mehr durchsetzen. In einigen Workshops stand die Umweltfrage mit im Fokus und es wurde deutlich, dass Umweltbewegung und Frauenbewegung Hand in Hand arbeiten müssen, um Mutter Erde vor der Profitgier der Herrschenden zu retten. Für viele Frauen war dafür der Kampf der Frauen in Indonesien gegen den verheerenden Smog, der durch die Abholzung der Urwälder z.B. für Biodiesel entsteht, ein ermutigendes Beispiel.

Es gab auch noch drei "kleinere" Workshops zum Thema "Matriarchat", von Solwodi, der Organisation, die sich um Frauen kümmern, die aus Not in Prostitution geraten sind. Oder von Solidarität International Berlin, die konkret "Kochen ohne Strom aber mit Sonne" vorführten.

Anschließend lagen dem Abschlussplenum über 20 Resolutionen vor, denen meistens mit großer Mehrheit zugestimmt wurde. In mehreren wurde die Freilassung politischer Kämpferinnen gefordert : "Befreien wir unsere Schwestern, befreien wir uns selbst!" So rufen die Schwestern aus den Philippinen zur Kampagne "Free Sharon Cabusao!" auf. Die Frauen aus Kurdistan erhielten die Solidarität im Kampf um die Freiheit mit allen politischen Gefangenen im Iran und in der Türkei. Sie fordern besonders Freiheit für Zeynep Calalian!

Ein Teil der Koordinatorinnen und Delegierten war während des Plenums bei der Präsidentin Nepals eingeladen. Sie hörte den Besucherinnen interessiert zu, meinte auch, in Nepal sei noch viel zu tun für die Frauen, aber dass die Basisfrauen jetzt zusammen sind, sei sehr wichtig. Mit dem Herzen hätte sie die Abschlussresolution der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen schon unterschrieben. Die Erklärung von Kathmandu wurde von der Generalversammlung einstimmig verabschiedet.

Sehr beeindruckend war die Übergabe eines Schecks und von Geschenken - unter anderem einem Kopierer - an den Schulleiter der Schule von Magapowa, die mit dem gesammelten Geld von Frauen aus Deutschland aufgebaut wurde. Couragefrauen aus Hannover und Berlin und Frauen aus den Niederlanden wollen eine dauerhafte Partnerschaft aufbauen. Halinka Augustin, Europakoordinatorin, bedankte sich bei allen freiwilligen Helferinnen und Helfern vor allem aus Nepal und aus Deutschland. Die Bühne war ein Meer von Frauen, als sie alle ihre Zertifikate erhielten.

Monika Gärtner-Engel gab bekannt, dass sie auf der nächsten Europakonferenz nicht mehr als Koordinatorin kandidieren werde. "Das ist kein Abschied. So schnell werdet ihr mich noch nicht los!“, war ihre erste Antwort und sie versprach, dass fähige Frauen ihre Aufgabe übernehmen werden. Großer Beifall brauste auf, als sie berichtete, dass zum ersten Mal mit ihrer Person eine Frau in die Aufgabe des Hauptkoordinators der ICOR gewählt wurde. Die Weltfrauen dankten ihr für ihre Verdienste, manche mit Tränen in den Augen.

Die Weltfrauenkonferenz wurde von Durga Paudel beendet. Sie bedankte sich bei allen und brachte ihren Stolz und Freude zum Ausdruck, dass die Weltfrauenkonferenz in Nepal stattgefunden hat. Mit einem Saal voller tanzender Frauen und dem Lied "Todo cambia" endete die 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2016 in Kathmandu/Nepal.

Hier kann das Video des 6. Tages angesehen werden.