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"Das Rebellische Musikfestival entwickelt sich hier zu einer richtigen Bewegung"

"Das Rebellische Musikfestival entwickelt sich hier zu einer richtigen Bewegung"
Die Bands wollen auf dem Rebellischen Musikfestival spielen, weil sie selbst für eine solidarische Flüchtlingspolitik stehen (foto: screenshot)

27.03.16 - So Lisa Gärtner, Vorsitzende des Jugendverbands REBELL, heute im Gespräch mit rf-news. Der REBELL, Jugendverband der MLPD, hat sich für die Osterfeiertage und –ferien eine Menge vorgenommen: Mit freiwilliger Subbotnikarbeit am "Haus der Solidarität" und an der Location für das Rebellische Musikfestival (RMF) in Truckenthal in Thüringen bauen, das Treffen des RMF-Vereins unterstützen, das Festival und den Jugendverband  in der Umgebung bekannt machen, ein Warm-Up- und Solidaritätskonzert organisieren und eine REBELL-Gruppe gründen. So wie’s aussieht, haben die jungen Freunde und Genoss(inn)en das alles geschafft. Hut ab und herzlichen Glückwunsch!

"Beim Vereinstreffen, es waren ungefähr 70 Leute da, entwickelte sich eine gute Diskussion", berichtet Lisa. Das Festival positioniert sich in der aktuellen gesellschaftlichen Polarisierung klar als linker Kristallisationspunkt. Das zieht viele Jugendliche aus Truckenthal und der ganzen Umgebung an, die sich schon antirassistisch, antifaschistisch und für eine solidarische Flüchtlingspolitik engagieren oder dies tun wollen. Die Organisierung des antifaschistischen Kampfs hat hier in der Region Südthüringen eine besondere Bedeutung. Es gibt Versuche von Rassisten und Faschisten, in der Gegend Strukturen aufzubauen – der sogenannte Verfassungsschutz hat zugeschaut. Statt rechte Hetze zu unterbinden, haben die Behörden Antifaschisten kriminalisiert, so eine Frau, ehemaliges Kreistagsmitglied der Linkspartei, die eine antifaschistische Kundgebung gegen einen rechten Aufmarsch angemeldet hatte.

"'Jugend steht links', das wurde in der Diskussion und bei den Einsätzen deutlich", so Lisa. "Das Vereinstreffen zum Rebellischen Musikfestival verabschiedete eine Resolution gegen neofaschistische Umtriebe und deren Duldung. Das Rebellische Musikfestival entwickelt sich hier zu einer richtigen Bewegung. So gab es in der Diskussion eine ganze Reihe von Selbstverpflichtungen, wie man es unterstützt. Rebellgruppen wollen in ihren Städten ebenfalls Warm-Up-Konzerte veranstalten und in ihren Betrieben und Gewerkschaftsgruppen für das Festival werben. Eine Naturschutzgruppe aus Lauscha und das Magdeburger Friedensbündnis wollen mit je einem Stand dabei sein. Die Rollsport- und Inlineskategruppe in Eisfeld wird Bands vorstellen. Und die Band 'Löm' aus Lauscha hat sage und schreibe 10.000 Festival-Flyer bestellt."

"Löm" hat beim gestrigen Warm-Up-Konzert gespielt und ist eine von insgesamt 350 Bands, die Interesse am Rebellischen Musikfestival haben, das ein Benefizfestival für die Flüchtlingsunterkunft "Haus der Solidarität" ist, die in Truckenthal entsteht. Als Alternative zur gescheiterten Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung und der EU spricht es allen aus der Seele, die wie die Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen Spaltung durch Rassismus und Nationalismus einstehen.

Das Konzert gestern begeisterte dann richtig. Ungefähr 150 Leute waren gekommen, alles Jugendliche, Subbotnik-Teilnehmer/-innen und aus der Umgebung, darunter auch einige Flüchtlinge. Bekannte Bands aus der Region wie Löm, Grad So und Gülleschiss spielten, ein echtes Warm-Up für das Rebellische Musikfestival, das vom 13. bis 15. Mai im Waldgrund stattfindet.

In der neu gegründeten REBELL-Gruppe vor Ort engagieren sich junge Genossinnen und Genossen, die aus verschiedenen Ländern kommen, gemeinsam - antifaschistisch, internationalistisch, für den echten Sozialismus.