Umwelt

Schwerer Chemieunfall im Hamburger Hafen

Hamburg (Korrespondenz), 22.03.16: Am Montag, dem 21. März 2016, morgens um 9 Uhr, stach ein Gabelstabler im Hamburger Hafen einen 1.000 Liter-Behälter mit Schwefelsäure an, dessen Inhalt zur Hälfte auslief. Dabei kippte ein 1.000 Liter-Fass mit Salpetersäure ebenfalls um; die beiden Substanzen vermischten sich. Die Firma, vermutlich SAT Sonderabfall und Transport GmbH & Co. KG (Karl Meyer Gruppe), war auf diesen Unfall nicht eingerichtet. Einige der 40 Feuerwehrleute versuchten, die Gase abzusaugen, um die giftige Mischung zu beseitigen.

Die Feuerwehr hatte eine Warnung für die Anwohner in der Umgebung in Steinwerder bis zur Süderelbe, Kleinen Grasbrook herausgegeben, sie sollten die Türen und Fenster schließen. Tatsächlich betraf es aber mehr als nur die Anwohner, da zwei wesentliche Verkehrswege durch den Hamburger Hafen mit der Köhlbrandbrücke und die Süderelbbrücke betroffen waren.

Bei der Vermischung der beiden Säuren kommt es zur Bildung von giftigen Nitrosen-Gasen, die besonders die Bronchien und Lungen angreifen und noch 24 Stunden später schwere Folgen haben können. Es wirft auch ein Schlaglicht auf den Nutzen von Zertifizierungen, da der Betrieb nach ISO 9001:2008 sowie durch den TÜV Nord als Entsorgungsfachbetrieb und durch DEKRA als Fachbetrieb nach dem Wasserhaushaltsgesetz zertifiziert ist. Offenbar waren keine eigenen Vorkehrungen für einen derartigen Unfall getroffen worden.