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Flüchtlinge in Griechenland protestieren gegen die geplanten Abschiebungen in die Türkei

02.04.16 - Am kommenden Montag sollen auf Basis des menschenverachtenden EU-Türkei-Abkommens vom 18. März 2016 die ersten 750 Flüchtlinge aus Griechenland in die Türkei abgeschoben werden. Hunderte aus einem Aufnahmelager geflohene Flüchtlinge harren im Hafen der Hauptstadt der griechischen Insel Chios aus. Die Menschen waren am Freitag aus dem sogenannten "Hotspot" von Chios - in den Hotspots werden die Flüchtlinge festgehalten, um sie in die Türkei abzuschieben - entkommen und Richtung Hafen marschiert. Die Flüchtlinge protestierten gegen die Abschiebungen, die sie als Deportationen bezeichneten. Die Asylsuchenden fordern, dass sie zum griechischen Festland gebracht und nicht in die Türkei ausgewiesen werden. Auch in Athen gab es Protestdemonstrationen.

Der Plan der griechischen Küstenwache und der europäischen "Grenzschutzagentur" Frontex sieht vor, dass von Montag bis einschließlich Mittwoch insgesamt rund 750 Asylsuchende an Bord von zwei türkischen Schiffen aus dem griechischen Mitilini, dem Hauptort von Lesbos, in den türkischen Hafen von Dikili gebracht werden. Dies berichtete die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA. Die Flüchtlinge werden behandelt wie Schwerverbrecher und Terroristen: Jeweils ein Polizist soll einen Flüchtling begleiten, der ausgewiesen wird.

Ungebrochen sind Hilfsbereitschaft und Solidarität unter der griechischen Bevölkerung. In Idomeni zögern die Einheimischen nicht, Flüchtlinge in ihren Häusern und Wohungen aufzunehmen und sie mit Lebensmitteln zu versorgen. "In Griechenland engagieren sich viele Menschen aus humanitären Gründen", sagt Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung laut eines Berichts im "Handelsblatt". "Die Unterstützung von Armen und Hilfsbedürftigen hat in Griechenland eine lange Geschichte."