Wirtschaft

Seit drei Monaten: LKW-Fahrer-Streik in Russland

Seit drei Monaten: LKW-Fahrer-Streik in Russland
Protestplakat an einem Streik-LKW (foto: privater blog)

Esslingen (Korrespondenz), 30.03.16: Seit Ende November streiken russlandweit die LKW-Fahrer gegen die neue Maut, genannt „Platon“, nach der sie pro km/Tonne auf den Bundesstraßen Russlands 1,53 Rubel zahlen sollen. Die meisten LKW-Fahrer sind selbst die Besitzer des LKW. Die Maut bedeutet nicht nur eine erhebliche Kürzung ihres Einkommens, sondern sie funktioniert auch nicht, schafft dauernd Ärger. Zudem geht das Mautgeld nicht in den Bau besserer Straßen. Es profitieren nur Milliardäre, vor allem aus dem direkten Umfeld Wladimir Putins, die den Auftrag zum Bau und zur Kassierung der Mautgelder erhielten.

Der jetzt über drei Monate dauernde Streik wird von der Bevölkerung mit großer Sympathie verfolgt, moralisch und finanziell mit Spenden unterstützt. Im Zuge des Streiks haben die LKW-Fahrer sich eine neue Gewerkschaft gegründet, da die offizielle mit der Regierung zusammenarbeitete. Die Fahrer stehen an verschiedenen Punkten im Land zusammen. Sie werden von Polizei bedrängt, erhalten Drohungen von ihr und vom Geheimdienst, es wird Druck auf die Familien ausgeübt. Für die Familien ist es eine extreme Situation, so lange ohne das Einkommen aus dem LKW zu sein. Aber sie erklären: „Wir können nicht anders, wir bleiben stehen. Die Korruption muss aufhören und die Maut muss fallen.“