Umwelt

Ultragift PCB – chemischer Killer wartet in öffentlichen Gebäuden

Ultragift PCB – chemischer Killer wartet in öffentlichen Gebäuden
PCB - Profitables Geschäft und Umweltvergiftung auf Generationen hinaus (foto: CSN)

30.03-16 - Zwischen 1930 und 1990 wurden rund 1,3 Millionen Tonnen Polychlorierte Biphenyle (PCB), vor allem von Bayer und Monsanto, produziert. Die Giftstoffe kamen in Elektrogeräten, Transformatoren, Fugendichtungen, Lacken, Bodenbelägen und Hydraulikölen zum Einsatz. PCB gehören zum sogenannten dreckigen Dutzend der gefährlichsten Chemiegifte, sie sind krebserregend und können schon in geringsten Mengen chronisch Organe und Nerven hochgradig schädigen. PCB wurden 2001 durch die Stockholmer Konvention verboten, nachdem sie sich überall auf der Erde in Gewässern, im Boden und der Atmosphäre ausgebreitet haben. Die Konzerne wurden aber aus ihrer Verantwortung entlassen.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) kritisierte: „Monsanto und Bayer haben die Gefahren von Polychlorierten Biphenylen jahrzehntelang vertuscht. ... Es wird höchste Zeit, dass die Produzenten für die ungeheuren Sanierungs- und Behandlungskosten haften.“ Im Kampf gegen die chronische Vergiftung durch PCB und andere Umweltgifte, gegen Giftmülleinlagerung und für die Beseitigung der Schäden auf Kosten der Verursacher durchdringen sich zunehmend Initiativen in Betrieben und der Bevölkerung. Die überparteiliche Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“ und umweltbewegte Bürger fordern die umweltgerechte Entsorgung des durch die Ruhrkohle AG (RAG) eingelagerten Giftmülls in stillgelegten Zechen und von 10.000 Tonnen PCB, das durch die Versickerung von Hydraulikölen in den Boden kam und die die alten Gruben und das ansteigende Gruben- und somit das Trinkwasser vergiften. Opelaner und Bochumer Bürger fordern Schutzmaßnahmen von General Motors (GM) gegen Feinstäube aus Asbest und PCB durch den Abriss des Opel-Werks I. Bundesweit gibt es Initiativen von Familien, Lehrern und Schülern zur Sanierung von Schulen. Das „ARD“-Magazin „Plusminus“ deckte am 23. März auf, dass in Deutschland bis 1975 20.000 Tonnen des auch als Weichmacher verwendeten PCB in Baufugen und 4.000 Tonnen in Farben verwendet wurden. Aus einer Analyse für das Umweltbundesamt geht hervor, dass 50 bis 80 Prozent davon bis heute nicht entfernt wurden und jede dritte Schule noch davon betroffen ist. Zahlreiche Lehrer an belasteten Schulen erkrankten an Krebs.¹ Die Jugend ist die Zukunft, aber sie wird von skrupellosen Monopolen auf Jagd nach Maximalprofiten um ihre Gesundheit betrogen. Selbst nach Sanierungen wurden weiterhin hohe Luft-Konzentrationen durch kontaminierte Möbel, Bücher und Computer gemessen. Dringend zu fordern sind Messungen auf Staatskosten in Schulen, Turnhallen, Kindergärten und Uni-Räumen. Sie müssen genauso wie das PCB unter Tage nach dem höchsten Stand der Technik auf Kosten der Verursacher saniert werden. Es darf nicht sein, dass die Konzerne erst damit Gewinne machen und dann BAYER mit der Verbrennung entsorgten Materials in der Sondermüllverbrennungsanlage in Krefeld-Uerdingen Millionen Euro verdient.

Es ist nicht die Wirkung eines Giftstoffes, sondern die Wechselwirkung aller Umweltgifte, deren gegenseitiger Verstärkung ihrer destruktiven Wirkung, die die Fähigkeit der Menschen zu ihrer physischen und psychischen Selbstregulierung beeinträchtigen. Beim internationalen „Marsch gegen Monsanto“ am 21. Mai sollte deshalb nicht nur das Thema Glyphosat, sondern auch PCB eine wichtige Rolle spielen! Nur im Kampf gegen die chronische Massenvergiftung kann sich das Verständnis entwickeln, dass der Kapitalismus alle Lebensprozesse und das Leben aller Menschen in Frage stellt und die Umweltbewegung eine systemverändernde Perspektive braucht, um die globale Umweltkatastrophe abzuwenden.²

Diese vertritt die MLPD mit der Perspektive des echten Sozialismus und jede Umweltkämpferin und jeder Umweltkämpfer, die zusammen mit der Arbeiterklasse und den Massen weltweit die Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur beenden will, ist hier herzlich willkommen.

¹) http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/pcb-102.html

²) Stefan Engel: "Katastrophenalarm! Was tun gegen die Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?", S. 227/228

Mehr dazu findet sich im Buch "Katastrophenalarm!" von Stefan Engel. Es kann hier bestellt werden!