Politik

Saarbrücken: Kämpferische und kulturvolle Manifestation zu Ehren von Anton Didier

"Die '421.' war vor allem Anton Didier (Toni) gewidmet, der über Jahre unsere Montagsdemo geprägt hatte. Er starb mit 80 Jahren am 22. März 2016." Dies schreibt die Saarbrücker Montagsdemonstration in ihrer Pressemeldung zur 421. Saarbrücker Montagsdemo gegen die Hartz-Gesetze am 4. April

"So wurde es eine traurige und zugleich kämpferische kulturvolle Manifestation, deren Stil viel positive Aufmerksamkeit unter den Passanten hervorrief. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verabschiedeten sich mit Beiträgen, in denen sie Erinnerungen erzählten oder auch nur 'Tschüss Toni, wir vermissen Dich' sagten; leise wurde getrommelt. Eine kurze Rede würdigte sein Leben, welches uns in seiner Radikalität, Feinfühligkeit und mit seinem Durchblick ein Vorbild bleibt.

Jemand trug ein Gedicht von Pablo Neruda vor:

Der Tod
Oft bin ich wiedererstanden aus der Tiefe zerstörter Sterne,
wiederherstellend den Faden der Ewigkeiten, den ich mit meinen Händen belebte,
und nun werde ich sterben, mit weiter nichts als Erde auf meinem Leib,
bestimmt, Erde zu werden.
Ich kaufte keine Parzelle des Himmels, den die Priester verkauften,
noch nahm ich die Düsternis an, die der Metaphysiker verfertigte für meinungslose Mächtige der Erde.
Ich will im Tod bei den Armen sein, die keine Zeit hatten, ihn zu ergründen,
indes jene sie schlugen, die den Himmel für sich aufgeteilt und eingerichtet haben
Ich halte meinen Tod bereit wie ein Kleid, das auf mich wartet, in meiner Lieblingsfarbe.
Wenn die Liebe ihre unleugbare Materie verbraucht hat und der Kampf seine Hämmer austeilt
in andre Hände voll gehäufter Kraft,
naht der Tod,
er macht mich unzerstörbar, denn ich hab in mir selbst kein Ende,
endlich frei bin ich im Inneren der Menschen,
die sich meiner erinnern.'

Es war in Tonis Sinn, dass wir uns im Anschluss daran am offenen Mikrofon dem politischen Geschehen in der Welt zuwandten ..."