Politik

Provokation auch bei der zweiten Metall-Tarifverhandlung in Karlsruhe

Stuttgart (Korrespondenz), 15.04.16: Wie bereits der nordrhein-westfälische Metall-Unternehmerverband hat nun auch Südwestmetall 0,9 Prozent tabellenwirksame Erhöhung und eine Einmalzahlung in der Höhe von 0,4 Prozent angeboten. Dieses "historisch niedrigste Angebot" ist eine einzige Provokation. Deshalb waren 2.500 Metallerinnen und Metaller aus ganz Baden-Württemberg zur Verhandlung nach Karlsruhe gekommen, um ihren Protest kundzutun und Druck für ihre 5-Prozent-Forderung zu machen.

Das sehen auch fast alle Kollegen in den Betrieben so, wie aus Berichten hervorgeht. Damit ist auch fürs erste die Streikvermeidungs-Taktik gescheitert, die IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger in der Stuttgarter Zeitung vom 15. April so beschreibt: "Wir haben versucht, die Tarifrunde deeskalierend anzugehen – mit der niedrigsten Forderung seit Jahren." Dies wurde offensichtlich vom Gegner als Schwäche ausgelegt. Doch da sollten sie sich nicht täuschen! "Dieser Provokationskurs ist die beste Mobilisierung unserer Mitglieder", sagen etliche IGM-Vertrauensleute.

In dieser Tarifrunde kommen viele - auch politische - Rechnungen der Kollegen auf den Tisch. Deshalb wird es höchste Zeit, dass die Warnstreiks mit gemeinsamen Demonstrationen, gemeinsamen Tarifkampfaktionen mit ver.di verbunden, auf 24 Stunden ausgedehnt werden und Kurs auf Urabstimmung und unbefristeten Flächenstreik genommen wird. Entscheidend wird dabei die breite Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen und die Initiative von unten sein.