Umwelt

Umweltgewerkschaft fordert: Rücknahme des Anfahrverbots für den Bergmann Christian Link!

Umweltgewerkschaft fordert: Rücknahme des Anfahrverbots für den Bergmann Christian Link!
(foto: rf-foto)

21.04.16 - Am 14. März 2016 wurde ein ausführliches Zwischengutachten im Auftrag der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zum Thema Giftmüll in stillgelegten Bergwerken der RAG veröffentlicht. (rf-news berichtete). Damit rückt auch der Fall des Bergmanns Christian Link aus Gelsenkirchen wieder ins Zentrum. Der Sprecher der Bergarbeiterbewegung "Kumpel für AUF" hatte dieses Thema seinerzeiten mutig an die Öffentlichkeit gebracht und war dafür von der RAG mit Anfahrtsverbot belegt worden. Im September 2014 zitierte die "Bild"-Zeitung: "Vor allem wenn ab 2018 das Grubenwasser ansteigt, weiß man nicht, ob es sich irgendwann mit Trinkwasser mischt". In einem Offenen Brief an die RAG schreibt der Bundesvorstand der Umweltgewerkschaft dazu: "Der Bundesvorstand der Umweltgewerkschaft hat auf seiner April-Tagung mit großem Interesse die Kernpunkte des Zwischenberichts des Gutachtens zur Prüfung möglicher Umweltauswirkungen des Einsatzes von Abfall- und Reststoffen zur Bruchhohlraumverfüllung in Steinkohlenbergwerken in Nordrhein-Westfalen zur Kenntnis genommen.

Der Zwischenbericht dokumentiert:

  • In den Bergwerken der RAG wurden '1,6 Mio. t Abfälle bzw. Reststoffe' eingebracht, 'von denen ca. 578.000 t besonders überwachungsbedürftige Abfälle waren'. (S.2)*
  • 'In den BW in NRW wurden zwischen 1969 und 1985 ca. 9.295 t PCB und strukturverwandte Stoffe eingesetzt' (S. 3), davon nur 'ca. 5 Prozent planmäßig entsorgt (Deutscher Bundestag 1984).' (S.28)
  • Im Grubenwasser des Bergwerks Haus Aden wurden erhöhte PCB-Konzentrationen festgestellt. (S. 29)
  • Zumindest 'sind Teile der eingebrachten reststoffbürtigen Mineralphasen (u. a. Blei- und Zink-Mineralphasen) grundsätzlich beim Kontakt mit Tiefengrundwässern thermodynamisch nicht langzeitstabil.' (S. 64)
  • Es kommt 'bei einem Reaktionskontakt mit 'RAG-Wasser' zu zahlreichen Mineralneubildungen, Umwandlungen und Auflösungen'. (S. 65)

Damit ist völlig klar, dass der Bergmann Christian Link nicht die Unwahrheit gesagt hat, als er öffentlich und frühzeitig auf die Gefahren hinwies, die von den unter Tage verbrachten Abfällen ausgehen. Dies aber war der Vorwurf seitens Ihres Unternehmens, weshalb Sie ihm als Fördermaschinist Anfahrverbot auf allen RAG-Bergwerken und damit ein faktisches Berufsverbot erteilten.

Nicht der Bergmann Christian Link hat die Unwahrheit gesagt, sondern Ihr Unternehmen versuchte, mit solchen Willkür-Maßnahmen für Sie unangenehme Wahrheiten zu unterdrücken.

Wir fordern Sie hiermit nachdrücklich auf, das Anfahrverbot gegenüber Christian Link mit sofortiger Wirkung aufzuheben und ihn wieder als Fördermaschinist auf RAG-Bergwerken zu beschäftigen. Diese Forderung unterstützen weit mehr als tausend Unterzeichnerinnen und Unterzeichner einer bundesweiten Unterschriftensammlung der Umweltgewerkschaft.

Glückauf!

In Namen des Bundesvorstands
Dr. Detlef Rohm, Vorstandssprecher"

Schon damals machte Christian Link deutlich: "Ich lasse mir keinen Maulkorb verpassen! Jetzt will ich gegen das Anfahrverbot bei der RAG vorgehen." Dabei stehen die Menschen im Ruhrgebiet und weit darüber hinaus hinter ihm.

* alle Zitate aus: ZWISCHENBERICHT (ENTWURF), Titel: "Gutachten zur Prüfung möglicher Umweltauswirkungen des Einsatzes von Abfall- und Reststoffen zur Bruchhohlraumverfüllung in Steinkohlenbergwerken in Nordrhein-Westfalen, Teil 1"

www.umweltgewerkschaft.org