Umwelt

40 Jahre Widerstand gegen das Atomkraftwerk Brokdorf

40 Jahre Widerstand gegen das Atomkraftwerk Brokdorf
"Peperoni" heizte vor dem AKW ordentlich ein (rf-foto)

Brokdorf (Korrespondenz), 27.04.16: Ein breites Bündnis von der Bürgerinitiative Brokdorf-akut, anderen Anti-Atominitiativen und Umweltorganisationen, hatte zur 4. Protest- und Kulturmeile direkt vor dem AKW Brokdorf aufgerufen. Etwa 300 Atomkraftgegner aus der Umgebung kamen. Darunter waren auch Atomkraftgegner aus einem Dorf in Polen, wo ein Atomkraftwerk gebaut werden soll.

Als wir unser Auto am Straßenrand direkt vor dem Atomkraftwerk abstellten, hielt ein Polizeifahrzeug direkt neben uns. Wir dachten schon, dass wir vertrieben werden sollten, aber der Fahrer fragte uns: „Seid ihr auch schon von Anfang an dabei?“ Ja, einige von uns waren auch schon 1981 bei der großen Demonstration. Der Polizist fuhr fort: „Wir waren auf der anderen Seite. Uns wurde damals erzählt, die Techniker würden die Endlagerung des Atommülls in den Griff kriegen. Das stimmte nicht.“

Einen Bewusstseinswandel haben nicht nur diese Polizisten durchgemacht, die große Mehrheit der Bevölkerung ist heute gegen den Einsatz von Uran in Kraftwerken und Waffen, auch wenn viele sich damit beruhigen, der Ausstieg wäre nur noch eine Frage der Zeit. Dieser Meinung ist Karsten Hinrichsen, Urgestein aus der Bürgerinitiative Brokdorf, ganz und gar nicht. Er rief: „Wir müssen so stark werden, dass Politik und Wirtschaft gar nicht anders können als abzuschalten. Brokdorf muss sofort stillgelegt werden.“ Einige Redner erinnerten an die Katastrophe von Tschernobyl vor 30 Jahren, an Tausende von Opfern, die durch die Strahlung geschädigt wurden.

Die Hamburger Gruppe „Peperoni" heizte bei Hagelschauern mit heißen Protestrhythmen ein und einige sangen begeistert mit. Die MLPD war ebenso mit einem Stand vertreten, konnte Käuferinnen und Käufer für das Buch „Katastrophenalarm!“ gewinnen und Interesse am Rebellischen Musikfestival wecken.