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Solidarität mit Kumar Gunaratnam (Sri Lanka)

Solidarität mit Kumar Gunaratnam (Sri Lanka)

26.04.16 - Am 30. März 2016 wurde Kumar Gunaratnam wegen Überschreitung der Visumsfrist zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Kumar Gunaratnam ist Mitglied des Politbüros der Front Line Socialist Party (FLSP) in Sri Lanka. Er ist Tamile srilankischer Herkunft. Auf Beschluss der Partei war er 2006 wegen Todesdrohungen unter anderem Namen nach Australien ausgewandert, wo er die Staatsbürgerschaft annahm.

Nach dem Bürgerkrieg, der 2009 mit einem Massaker an 30.000 Tamilen endete, war er 2011 und 2012 mit einem Touristenvisum eingereist, um politisch wieder aktiv zu werden. Er wurde jeweils von Todeskommandos verschleppt und nur auf Protest unter anderem der australischen Regierung wieder freigelassen.

Im Januar 2015 war er erneut eingereist. Der neu gewählte Präsident Sirisena hatte allen wegen politischer Verfolgung Ausgewanderten die freie Rückkehr angeboten. Dennoch wurde sein Antrag auf Verlängerung des Touristenvisums nicht bearbeitet und sein Antrag auf Wiedererlangung der srilankischen Staatsbürgerschaft abgelehnt. Stattdessen wurde er am 18. November 2015 inhaftiert und am 30. März verurteilt. Danach droht ihm die erneute Abschiebung.

"Liebe Genossen! Wir versichern Eurem Genossen Kumar Gunaratman unsere volle Solidarität“, schreibt das Zentralkomitee der MLPD. "Das Gerichtsurteil ist der Versuch, ein führendes Mitglied Eures Zentralkomitees unter Bruch bestehender demokratischer Rechte mundtot zu machen. Das Recht auf Wiedererlangung seiner srilankischen Staatsbürgerschaft wird ihm verweigert, obwohl er angeboten hat, dazu auch seine australische Staatsbürgerschaft aufzugeben. … Sofortige Freilassung des Genossen Kumar Gunaratnam! Gewährung der srilankischen Staatsbürgerschaft! ...“

Der Solidaritätsaufruf, die Rede von Kumar Gunaratnam vor Gericht sowie der Text für Protesterklärungen an den Präsidenten sind auf der Homepage der ICOR veröffentlicht.