Politik

Jugend vorne dran in den Warnstreiks im Öffentlichen Dienst

Jugend vorne dran in den Warnstreiks im Öffentlichen Dienst
Auch in Düsseldorf stand die Jugend bei den ver.di-Warnstreiks ganz vorne (rf-foto)

27.04.16 - Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben 28.000 Kolleginnen und Kollegen am ersten Warnstreiktag in Nordrhein-Westfalen gestreikt. In Bielefeld kamen am 26. April 5.000 Streikende zur regionalen Kundgebung, 10.000 Kolleginnen und Kollegen trugen ihren Protest auf die Straße. In Düsseldorf kamen am gleichen Tag 10.000 und in Bochum 13.000 Streikende zusammen. Aus Düsseldorf wird berichtet, dass sich viele neue Belegschaften erstmalig beteiligten. Die Kampfbereitschaft ist groß. Die Kolleginnen und Kollegen wollen sich von den Kapitalisten nicht mit Almosen abspeisen lassen. Getragen wird die kämpferische Stimmung in den Betrieben besonders von der Jugend, die bei dieser Tarifrunde ganz vorne dran steht.

Die jungen Kolleginnen und Kollegen, die Azubis sind es, die die Zukunft darstellen. Von der Kundgebung in Düsseldorf schreibt ein Korrespondent: "Die Jugend setzte Akzente, denn sie eröffnete die Kundgebung, in dem sie ironisch und zornig zugleich zerpflückte, was die öffentlichen 'Arbeitgeber' bei den bisherigen Verhandlungsrunden über die Gewerkschaftsforderungen zum Besten gaben: 'Gierig!', 'Utopisch!' oder 'Dreist!'." Geht es nach den Kapitalisten, sollen sie sich, wie in der aktuellen Runde im Öffentlichen Dienst, jahresbezogen mit 0,6 Prozent für das Jahr 2016 und für das kommende Jahr mit einer "Erhöhung" von nur 1,2 Prozent zufrieden geben!

Dazu sind sie nicht bereit: So wird aus Mannheim von einer Protestparade vom vergangenen Freitag, 22. April, berichtet, bei der 600 Azubis vor Ort waren: "Betriebsratsvorsitzender Ralf Heller freute sich sichtlich über den guten Start und die gute Stimmung bei den Azubis, die unter dem zentralen Motto 'besser unbequem' auf die provokativen Angebote der Arbeitgeber reagierten. Schon vor dem Klinikum gingen 250 Flyer für das Rebellische Musikfestival an die Azubis. 'Was, Thüringen, da gehen wir hin', sagte eine Teilnehmerin zu ihrer Freundin. ... Zum Teil tanzend gingen dann 300 Teilnehmer/-innen, überwiegend junge Frauen vom Klinikum, in dem 5.000 Menschen beschäftigt sind, in Richtung Gewerkschaftshaus. ..."

Aus Bielefeld schreibt ein Korrespondent: "Schön war eine recht zahlreiche, von der ver.di-Jugend organisierte Teilnahme von Auszubildenden. Deren Vertreter vertrat mutig und mit klaren Worten, die Jugend lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen und wird für 100 Euro mehr und 30 Urlaubstage kämpfen."

Die MLPD trat bei vielen Aktionen mit Transparenten und ihrer Literatur auf. Besonders die VW-Broschüre, die Broschüre "Bürgerliche Flüchtlingspolitik in der Krise - 12 Argumente der MLPD - 2. verbesserte Auflage" und die Werbung für das Rebellische Musikfestival stießen auf großes Interesse.

Die Jugend sucht Perspektive, auch über die Tarifrunde hinaus. Das zeigt ihr Interesse am Rebellischen Musikfestival, das vom 13. bis 15. Mai in Truckenthal/Thüringen stattfinden wird. Hier gibt es nicht nur erstklassige politische Bands wie Talco oder Koma Berxwedan zu hören, sondern auch Antworten auf die Fragen, die sich den Arbeiterjugendlichen im Moment stellen. So wird es einen Infopoint "Arbeiterjugend" geben, bei dem man Klarheit und Antworten über dieses System, Tarifrunden und vieles mehr erhalten kann.

Egal ob aktuell bei den Warnstreiks auf der Straße, am 1. Mai oder beim Rebellischen Musikfestival: Kämpferische Arbeiterjugendliche stehen Seite an Seite mit den Kolleginnen und Kollegen. Eine gute Voraussetzung für die weiteren Kämpfe.

Weitere Berichte von den Warnstreiks gibt es hier!