Politik

Hamburg: Tanz in den Mai - ein schönes Fest der Verbrüderung

Hamburg: Tanz in den Mai - ein schönes Fest der Verbrüderung

Hamburg (Korrespondenz), 03.05.16: Etwa 60 Kolleginnen und Kollegen kamen zur Maifeier in Hamburg. Weil es in Hamburg am 1. Mai immer drei Demonstrationen gibt, wird die Maifeier traditionell am 30. April durchgeführt und geht dann in einen Tanz in den Mai über. Eine ganze Gruppe kurdischer Jugendlicher aus Rojava kam zu unserer Feier. Im Wechsel mit pepperoni begeisterten und berührten sie mit ihrer Musik und bei den Rundtänzen hielt es fast niemand auf den Sitzen. Mit Hilfe einer kurdischen Genossin, die schon länger in Deutschland lebt, konnten wir Teile der Feier für sie übersetzen. Sie verabredeten sich am Schluss mit den Rebellen, um die gemeinsame Fahrt zum Rebellischen Musikfestival zu beraten und zu organisieren.

Jürgen Bader von der Kreisleitung der MLPD spann in seiner Rede den Bogen von der revolutionären Tradition des Ersten Mai, die mit der ICOR-Kampagne zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution nächstes Jahr offensiv in die gesellschaftliche Diskussion in Deutschland eingebracht wird, über die Metalltarifrunde, die am Freitag ihren kämpferischen Auftakt genommen hat, zur erfolgreichen und begeisternden Weltfrauenkonferenz und zur Solidarität mit den Flüchtlingen und dem kurdischen Befreiungskampf.

Vater und Sohn bekamen für ihren Frühstücksdialog über das Verhältnis von Merkel und Erdogan und die Frage, wie man den Flüchtlingen eigentlich helfen kann viele Lacher und viel Applaus. Mit einem leckern internationalen Büffet, Thüringern vom Grill und der Cocktailbar des REBELL war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Die Spendensammlung brachte 217 Euro für den Aufbau der MLPD.

Am nächsten Tag: Eine schöne und kämpferische Demonstration und ein wüster Polizeieinsatz. Bei schönstem Wetter wuchs die Erste-Mai-Demonstration in Hamburg bis zum Einmarsch auf dem Kundgebungsplatz auf rund 6.000 Demonstranten an. Mittendrin MLPD und REBELL und der Lautsprecherwagen von pepperoni, der wie jedes Jahr ein Anziehungspunkt war. Am offenen Mikrofon forderten Kollegen den vollen Einsatz der gewerkschaftlichen Kampfkraft in der Metalltarifrunde und kritisierten den Abschluss im öffentlichen Dienst, mit dem die Herrschenden einen gemeinsamen Kampf von ver.di und IG Metall vermeiden wollten.

Der REBELL stellte das "Haus der Solidarität" vor und warb für das rebellische Musikfestival. Unter den Demonstranten gab es ein großes Interesse. Die aktuelle Rote Fahne war schon nach der Hälfte des Weges ausverkauft, der Maiaufruf wurde gerne genommen und viele Demonstranten blieben beim Platzkonzert von pepperoni stehen oder nutzten die Gelegenheit, sich am Stand der MLPD gründlich zu informieren und nebenher einen Kaffee zu trinken. Der REBELL warb offensiv für das Rebellische Musikfestival. Ein guter Ansatzpunkt dafür war, dass Microphone Mafia auf der Abschlusskundgebung auftraten, die auch auf dem Festival spielen wollen.

Während auf dem Kundgebungsplatz die Menschen noch Microphone Mafia lauschten oder einfach das schöne Wetter genossen, kam es an der nahen S-Bahn-Station zu einem aggressiven Polizeieinsatz. Kurdische Tänzer wurden nach dem Verlassen der Kundgebung angegriffen - vermutlich unter dem Vorwand "Verstoß gegen das Uniformverbot". Sie trugen für ihre Tänze einheitliche Kleidung mit einer olivgrünen Jacke und einem roten Halstuch. Zwei von ihnen wurden von den Polizisten brutal festgenommen und zu Boden gestoßen, die sich daraufhin solidarisierenden Demonstranten mit Pfefferspray angegriffen.

Dass die Polizei innerhalb kürzester Zeit etwa eine Hundertschaft von schwer bewaffneten Truppen zusammenziehen konnte, spricht dafür, dass diese Provokatioin geplant war. Ein Skandal ist es, dass die DGB-Führung sich weigerte, diesen Angriff auf die gemeinsame Demonstration auf der Bühne bekannt zu machen. Diese antikommunistische Ausrichtung hatte sich schon während der Demonstration gezeigt, als sie versuchten, MLPD und REBELL aus dem ver.di-Block zu drängen mit dem Argument, dass Parteien am Ende des Zugs laufen sollten. Vor den Kollegen hatten sie sich allerdings nicht getraut, das auch durchzusetzen und wir ließen uns natürlich nicht vertreiben.

Protesterklärung der MLPD Hamburg gegen Polizeigewalt am 1. Mai