Jugend

Rebellisches Musikfestival für und MIT Flüchtlingen gestartet!

Rebellisches Musikfestival für und MIT Flüchtlingen gestartet!
Super Stimmung auf der Waldbühne (rf-foto)

14.05.16 - Von Beginn an herrschte gestern und heute eine tolle Atmosphäre auf dem Rebellischen Musikfestival im Waldgrund bei Truckenthal in Thüringen, eine kulturvolle, fröhliche Stimmung der Solidarität und des gemeinsamen Feierns von jungen Menschen aus vielen verschiedenen Ländern. Die Stände und Info-Points locken, seit gestern Abend treten die ersten Bands auf, kulinarische Köstlichkeiten aus aller Welt werden angeboten, die Ränge vor der Waldbühne füllen sich im Vorfeld des zweiten Abends. Und das Wetter ist gar nicht so schlecht.

Zwischen den Bandauftritten am gestrigen Abend berichtete die Vorsitzende des Jugendverband REBELL, Lisa Gärtner, dass aus einer Flüchtlingsunterkunft in Suhl 25 Leute zum Festival kommen. Als nun gestern Festival-Teilnehmerinnen und -teilnehmer die Flüchtlinge abholen und zum Festival mitnehmen wollten, erklärte eine Verantwortliche dort, die Teilnahme am Festival sei nicht möglich; sie könnten einen Antrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellen. Die zuständige Stelle öffnet wieder am Dienstag seine Tore!

"Das lassen wir uns nicht bieten! Wir gehen deshalb morgen mit Anwalt hin, um sie zum Festival abzuholen." Einstimmig unterstützten alle Anwesenden - Zuhörer wie Musiker - diesen Vorschlag.             

Gesagt, getan. Kurz vor 12 Uhr war eine Gruppe von Teilnehmerinnen und Teilnehmern zusammen mit einem Rechtsanwalt in Suhl. Und um 15 Uhr konnte das Festival einen großartigen Erfolg feiern: Auf der Wiesenbühne wurden 40 Flüchtlinge aus dem Aufnahmelager Suhl begeistert begrüßt. Dort hatte es vor der Abfahrt noch eine Attacke eines Polizeibeamten gegeben, der die abfahrbereiten Flüchtlinge wieder aus einem Bus herausholen lassen wollte. Aber schließlich konnten zum Teil aufgetretenen Missverständnisse geklärt und eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Die Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Eritrea, Somalia, Serbien, Albanien, Kosovo, Kurdistan und Afghanistan sangen gemeinsam mit den Festival-Teilnehmern das Kobanê-Solidaritätslied und passend in vielen, vielen Sprachen die Internationale.

Aber auch sonst ist jede Menge hier los. Der Zeltplatz ist schon proppenvoll. In einer Pressemitteilung schreibt der Verein Rebellisches Musikfestival über den gestrigen Abend weiter: "Auf dem Rebellischen Musikfestival in Truckenthal, Landkreis Sonneberg (Thüringen) trat am gestrigen Freitagabend die Band Strom und Wasser auf. Die Band des Liedermachers Heinz Ratz hatte zwei Flüchtlinge mitgebracht, die gemeinsam musizierten. Mit tanzwütigem Polka der Berliner Band Polkageist, der lokalen Band Noihaus aus Neuhaus wurde die Waldbühne zum Beben gebracht. Frauenpower brachten die Bands Revolution Eve aus Frankfurt und Far or Near auf die Bühne. Die Frontfrau von Far or Near berichtet von einem Chor, den sie mit Leipzigern und Flüchtlingsfrauen organisiert."

Am heutigen Samstag luden Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor zwei Supermärkten in Schalkau noch weiter zum Festival ein. Eine Einsatzteilnehmerin berichtet: "Das Festival und das 'Haus der Solidarität' sind in der Umgebung schon ziemlich bekannt und anerkannt. Einer der Angesprochenen will für den weiteren Aufbau des Hauses spenden, über den Fortgang informiert werden und evtl. auch bei den Arbeiten helfen. Einzelne hatten auch Vorbehalte gegen Flüchtlinge und das Festival. Wir sprachen intensiv mit ihnen und warben für Solidarität , den gemeinsamen Kampf und gemeinsames Feiern von Flüchtlingen und EinheimischFlüchtlinge auf der Bühneen."

Heute steht im Zentrum der Benefizcharakter des Festivals mit der Flüchtlingsunterkunft „Haus der Solidarität“. Der Ideengeber Stefan Engel und die Objektleiterin Dagmar Kolkmann-Lutz werden das Projekt vorstellen. Spielen wird der Pianist Aemed Ahmad, dessen Foto als Pianist inmitten der Ruinen des Kriegs in Syrien um die Welt ging. Außerdem on Stage: 44 Leningrad, Ramy Essam (vom Tahirplatz), Ska-core von NH3 und Narcoleptic.

Wir erwarten einen wundervollen Tag, Tagesgäste können vor Ort Karten für 18,- € erwerben. Auch Zelten ist noch - begrenzt möglich. Flüchtlinge zahlen für eine Tageskarte Samstag 4€, Sonntag 5€, die Abendveranstaltungen kosten 2€.