Umwelt

Aufgedeckt: Auch Opel in kriminelles Betrugssystem verstrickt

21.05.16 - Aktuelle Nachprüfungen des Kraftfahrtbundesamtes ergaben, dass 56 von 59 untersuchten Diesel-PKWs auffällig hohe Emmissionen an Stickoxiden abgeben. Die Manipulationsmethoden sind vielfältig. So wurde jetzt bekannt, dass bei Opel Zafira, Insignia und Cascada Abschalteinrichtungen bei Außentemperaturen unterhalb von 17 Grad und über 30 Grad die Reinigung der Abgase zurückfahren. Jeder Hersteller nutzt verschiedene Parameter – wie z.B. Geschwindigkeit, Luftdruck und Drehzahl, um die Abgasreinigungssysteme im Motorsteuerungssystem zu regulieren. Fiat schaltet die Dieselreinigung mit einer Zeitschaltuhr nach einer bestimmten Zeit ab. Die Abschaltung bei bestimmten Temperaturen trägt den beschönigenden Namen "Thermofenster".

Während die meisten Dieselfahrzeuge die Vorgaben nur bei Laborbetrieb einhalten, fällt der Zafira sogar dabei durch. Opel sah sich nun gezwungen, in einer Stellungname zu verlautbaren: "Keiner der bei Opel angewandten Parameter hat das Ziel, die gesetzlichen Anforderungen zu brechen oder zu umgehen". Die EU-Gesetzgeber haben in der EU-Richtlinie ausreichend Schlupflöcher gelassen. So erfolgt der Betrug z.T. legal, zum Teil illegal, auf jeden Fall jedoch kriminell auf Kosten der Gesundheit und der Lebensgrundlagen der Menschen.

Dabei wäre es ein Leichtes, die Stickoxid-Emmission zu reduzieren. Man müsste die Grenzwerte für jeden Betriebspunkt des Motors festlegen, diese kontrollieren und durchgreifen. Dass bei LKW-Abgasen strengere Richtlinien gelten, zeigt doch, dass eine abgasärmere Technologie möglich ist. Oder auch der Harnstoff-Katalysator, der bei PSA/Citroen serienmäßig eingebaut wird. Die Autohersteller verzichten auf diese Technologien aus Profitgründen und nehmen dabei die Schädigung der Gesundheit von Millionen Menschen und der Natur billigend in Kauf.

FESTO, Hersteller von Druckluft-Automatisierungsanlagen, wirbt für seine Luftfiltergeräte mit folgenden Worten: "Was Ihre Maschinen brauchen, ist saubere Druckluft". Für saubere Luft für Maschinen und Produktionsprozesse wird ein hoher Aufwand betrieben. Aber für Mensch und Umwelt sind die Kosten zu hoch! So zynisch ist die Handlungsweise der Kapitalisten.

Zurecht empört sich Tobias Austrup, Verkehrsexperte von Greenpeace, über die Verschleppung der Aufklärung des VW-Betrugs durch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt: "Sechs Monate braucht der Minister für seinen Bericht zum Abgasskandal". Wenn er ihm in diesem Zusammenhang vorwirft, auf Opel hereingefallen zu sein, unterschätzt er allerdings gravierend, dass die Automonopole ihre kriminellen Machenschaften mit Hilfe des Staates durchführen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat nun gegen Opel Klage wegen Verbrauchertäuschung eingereicht. Die Verantwortlichen gehören konsequent bestraft!

VW hat seine Profitmasse auf Kosten der gesamten Gesellschaft und der Zerstörung der Natur erheblich gesteigert. Skrupellos sollen jetzt die Krisenlasten auf die Belegschaften und auf die Kommunen abgewälzt werden. Die "Rückstellungen" sind nichts anderes als Steuerhinterziehung auf Kosten der Städte mit VW-Werken.

Anders als bei den Stickoxiden sind beim CO2, das aus dem Auspuff kommt, nicht einmal Messungen auf der Straße geplant. Eine neue Messmethode namens "Worldwide Harmonized Light Duty Test Procedure (WLTP)" soll international für "ehrliche Werte" sorgen. Das ist aber völlig belanglos, denn die Einhaltung von Grenzwerten richtet sich in der EU weiterhin nach dem alten Verfahren, das sogar nach Auffassung des Bundesumweltministeriums "nicht realitätsnah" ist.

Die MLPD fordert u.a.

  • Haftung der Großaktionäre und Top-Manager mit ihrem Privatvermögen!
  • Kampf um jeden Arbeitsplatz! Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich statt Kurzarbeit und Entlassungen!
  • Ausbau eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs!
  • Schnellstmögliche Umstellung auf ein Verkehrssystem, das auf Nutzung fossiler Brennstoffe verzichtet!

Weitere Informationen, Hintergründe und Forderungen in der aktuellen Broschüre der MLPD "VW-Krise - Wie Automonopole mit Hilfe des Staates Milliardenprofite durch höchst kriminelle Machenschaften einstreichen"