Politik

IGM-Vertrauensleute kritisieren Tarifabschluss

Stuttgart (Korrespondenz), 20.05.16: IGM-Vertrauensleute in einem Maschinenbau-Großbetrieb berichten von den Kritiken ihrer Kollegen. Diese bezogen sich auf die Laufzeit von 21 Monaten und dass nach neun bzw. 12 Monaten die Löhne nur um zwei Prozent steigen sollen. "Eine Drei hätte mindestens davor stehen müssen", meinten viele. Die Hauptkritik bezog sich darauf, dass noch vor Pfingsten abgeschlossen werden sollte, obwohl der erstmals mögliche Tageswarnstreik mit Streikgeld bei uns für den 19. Juni angesetzt war. Diese Kampfmethode ging auf den Beschluss des IGM-Gewerkschaftstags im letzten Oktober zurück, der ein Zugeständnis an die immer breiter gewordene Kritik an der Streikvermeidungsstrategie der IGM-Führung war.

Es war die beeindruckende Mobilisierung und Kampfbereitschaft an der Basis, die den Konfrontationskurs von Gesamtmetall zu Fall brachte. Dass dies nicht für die Vorbereitung und Durchführung eines unbefristeten Streiks genutzt wurde, wirft die Frage nach der Rolle der Gewerkschaftsführung auf. ...

"Statt jetzt auszutreten oder zu empfehlen, sich nicht mehr an den Kampfaktionen zu beteiligen, sollten wir uns dafür einsetzen, dass die Richtung – die Gewerkschaften zu Kampforganisationen zu machen – stärker wird", meinte ein Vertrauensmann. Diese Auseinandersetzung muss jetzt bewusst organisiert und ausgetragen werden. Unser Vertrauenskörper-Leiter, der auch Mitglied der GroßenTarifkommission in Baden-Württemberg ist, wurde beauftragt, auf der am 2. Juni stattfindenden Tagung gegen eine Übernahme des Verhandlungsergebnisses von Nordrhein-Westfalen zu stimmen.