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Offensive gegen die „Hauptstadt“ des faschistischen IS hat begonnen

Offensive gegen die „Hauptstadt“ des faschistischen IS hat begonnen
Die SDF-Kommandanten Rojda Felat und Ebu Feyyad informieren die Presse über die Operation in Rakka (foto: Firatnews)

25.05.16 - Die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), in denen sich die syrisch-kurdischen Volksbefreiungseinheiten (YPG) mit über 30 militärischen Kräften anderer Volksgruppen zusammengeschlossen haben, begannen mit der lange vorbereiteten Offensive gegen die syrische Stadt Rakka. Sie liegt rund 140 km südwestlich von Kobanê am Euphrat und gilt als „Hauptstadt“ des faschistischen „Islamischen Staates“ (IS). Via Kurznachrichtendienst Twitter erklärten die SDF: „Wir starten eine Operation, um den Norden von Rakka zu befreien“. Die Angriffe am Boden werden von den USA aus der Luft unterstützt. Gleichzeitig gerät der IS in Falludscha unter Druck. Die westirakische Stadt wird seit Montag von der irakischen Armee angegriffen.

Der US-Militärsprecher Steve Warren schätzt die Zahl der IS-Kämpfer in Rakka auf 3.000 bis 5.000. Die SDF verfügen insgesamt über 25.000 kurdische und 5.000 arabische Kämpfer. Sie sagen, die Offensive gegen Rakka ziele darauf ab, Nordsyrien vom IS zu befreien und die Kantone Rojavas zu verbinden. Sie richten ihre besondere Wachsamkeit gegen IS-Angriffe auf Rojava aus. Heute wird auch gemeldet, dass Einheiten der Volksverteidigungseinheiten (YPG) aus Rojava die Nachschublinie des IS zwischen Aleppo und Rakka gekappt haben, indem sie das Dorf Sarrin an der Straße M4 eroberten. Die Angriffe gegen den IS erfolgen gegen den ausdrücklichen Widerstand der türkischen Regierung. Russland hat die Unterstützung der taktischen Offensive gegen den IS angekündigt.

Bereits im April dieses Jahres kündigte Saleh Müslim, Vorsitzender der PYD, den Sturm auf Rakka an. Zum ersten Verlauf der militärischen Operation wird berichtet: „In den Folgestunden nach Ankündigung des Operationsbeginns wurden in einem Dorf rund 5 Kilometer südlich von Ain Issa schwere Auseinandersetzungen zwischen dem IS und den Demokratischen Kräften Syriens vermeldet. An anderen Orten soll sich der IS bereits vor dem Anrücken der Kräfte der SDF zurückgezogen und umliegende Häuser niedergebrannt haben.“¹

Weiter heißt es: „Über die Ziele der Operation berichtet die SDF-Kommandantin Rojda Felat gegenüber der Nachrichtenagentur ANF, dass mit dieser Operation weite Teile der Gebiete im Norden von Rakka befreit werden sollen. Ziel ist es, dadurch die Verbindungswege des IS zu anderen Gebieten, die sie kontrollieren, abzukappen und unter Kontrolle zu bringen. Auch habe die lokale, vor allem arabische, Bevölkerung immer wieder die SDF dazu aufgefordert, sie vom Joch des Islamischen Staates zu befreien. Dieser Aufforderung der Bevölkerung folge man nun mit dieser Operation.“²

Erneut zeigt sich, dass die demokratischen und revolutionären Kräfte der Hauptfaktor gegen den faschistischen IS sind. Sie nutzen dabei taktisch die Luft-Unterstützung der USA, die sich vom IS in ihren imperialistischen Machtansprüchen angegriffen fühlt. Seit der äußerst opferreichen und durch eine weltweite internationale Solidarität getragene Befreiung von Kobanê durch die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ)ist der IS in Syrien in die Defensive geraten. Auch heute brauchen die Kämpferinnen und Kämpfer im Kampf zur Befreitung von Rakka unsere Unterstützung. Dort, wo der IS schon zurückgeschlagen wurde, ist es notwendig, den Sieg zu sichern. Umso mehr, als die reaktionäre und faschistoide türkische Regierung mit Unterstützung der Bundesregierung ihre Erdrosselungspolitik und den Boykott gegenüber den kurdischen Kräften verschärft. Merkels Busenfreund Erdogan ist der Hauptfeind von Rojava. Hoch die internationale Solidarität!

¹) „Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V. - Civaka Azad“, 25.05.2016

²) ebenda