Umwelt

Bayer will Monsanto kaufen – Die Vereinigung ihrer Gegner steht auf der Tagesordnung

Bayer will Monsanto kaufen – Die Vereinigung ihrer Gegner steht auf der Tagesordnung
Durch die Fusion mit Monsanto will Bayer zum größten Agrochemiemonopole der Welt werden (foto: H005/Gemeinfrei)

30.05.16 - Nach der Fusion von Dow Chemical und Dupont in den USA, so wie der von ChemChina und dem Schweizer Unternehmen Syngenta, folgt jetzt die Offerte der Bayer AG an den großen Saatmittelhersteller Monsanto. Diese Fusionen sind Bestandteil einer anhaltenden Welle von Firmenübernahmen, mit denen die internationalen Monopole ihr überschüssiges Kapital anlegen und somit dem tendenziellen Fall der Profitrate entgegenwirken wollen. Aus einer Fusion von Bayer und Monsanto würde der weltgrößte Agrochemie-Konzern im Bereich Pflanzenschutzmittel mit einem Anteil von 24 Prozent und bei Saatgut mit 23 Prozent entstehen.

Zur Zeit steht das Angebot von Bayer bei 62 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 55 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wert von 122 Dollar pro Aktie von Monsanto, was 37 Prozent pro Aktie höher ist als der Kurs vom 9. Mai. Und trotz Kursgewinnen bis zum 27. Mai ist das immer noch 15 Prozent mehr als der tatsächliche Kurs der Aktie beträgt. Monsanto, das unter anderem durch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat bekannt wurde, hat dieses Angebot als zu niedrig abgelehnt, aber Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Aktionäre von Monsanto wollen mehr Geld herausschlagen. Die Aktien von Bayer fielen nach der Ankündigung: Ausdruck davon, dass die Großaktionäre das Risiko einer derartigen Großfusion scheuen!

Keine Probleme haben sie hingegen mit den Aktivitäten beider Monopole bei der Zerstörung der natürlichen Umwelt: Beide Unternehmen stehen stark in der Kritik. Bayer ist in der letzten Zeit durch seinen Skandal mit der Anti-Baby-Pille „Yasminelle“ und den Import von gentechnisch veränderten Sojabohnen in den Schlagzeilen. Aber das Monopol ist an der ganzen Bandbreite der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen beteiligt. Ein Beispiel dafür ist der extrem gefährliche Betrieb einer rostigen CO-Pipeline nahe eines Leverkusener Wohngebiets. Schwere Verletzungen und Tote im Fall eines Unfalls nimmt Bayer rücksichtslos in Kauf. (siehe "rf-news") Im Bereich der sozialen Frage ist das Monopol seit Jahren in der Kritik: Durch die Auslagerung ganzer Bereiche wurden Arbeitsplätze im großen Stil vernichtet. Es entwickelte sich ein breiter Protest dagegen.

Monsanto ist durch die Entwicklung und den Vertrieb des Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat und von gentechnisch verändertem Saatguts berüchtigt. Durch letzteres werden weltweit Millionen Kleinbauern in eine extreme Abhängigkeit und in den Ruin gedrängt, da dass Saatgut nicht fortpflanzungsfähig ist und immer wieder neu gekauft werden muss. Monsanto ist einer der weltweit am meisten verhassten Konzerne.  Ein Gemeinschaftsunternehmen beider Monopole produzierte in den 1960er Jahren das hochgiftige Entlaubungsmittel „Agent Orange“, das die US Air-Force flächendeckend über den Dschungeln Vietnams abließ, um den revolutionären Kämpfern des Vietminh und Vietcong die Deckung zu nehmen. Bis heute sterben Menschen in Vietnam an den Nachwirkungen. Besagtes Unternehmen, Mobay mit Namen, lieferte in den 1980er Jahren auch Lizensen und Anlagen zur Giftgasproduktion an das faschistische Mullah-Regime im Iran.

Zu Glyphosat schreibt das Buch „Katastrophenalarm! - Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“ von Stefan Engel: „Glyphosat ist das weltweit am meisten verkaufte Unkrautvernichtungsmittel. Es gilt als krebserregend, fruchtschädigend und kann zu Fehlgeburten und Missbildungen führen. Es schädigt im Wasser lebende Organismen und führt vermehrt zur Entwicklung resistenter Unkräuter. … Glyphosat ist heute weltweit allgegenwärtig. So lassen sich auch in Deutschland kaum noch Menschen finden, bei denen sich kein Glyphosat im Urin nachweisen ließe.“¹ Trotz dieser schwerwiegenden Erkenntnisse hat das Bundesamt für Risikobewertung noch im Dezember 2013 Glyphosat erneut für unbedenklich erklärt. Auch die derzeitige Diskution im Europäischen Parlament über die weitere Zulassung von Glyphosat in der EU, die trotz schwerster Bedenken von Wissenschaftlern die Zulassung von Clyphosat empfiehlt, zeigt diese Dienstleisterfunktion für die Monopole.

Der geplante Zusammenschluss dieser beiden menschen- und umweltfeindlichen Agrochemie-Monopole setzt auch die Vereinigung der Monsanto- und Bayer-Gegner auf die Tagesordnung. In Verbindung mit den anderen Kräften des wachsenden Widerstands gegen die Machenschaften des internationalen Finanzkapitals, unter Führung des internationalen Industrieproletariats und mit weltweit aktiven starken marxistisch-leninistischen Parteien und Organisationen wird eine Kraft entstehen, die nicht nur die 500 größten Übermonopol sondern auch ihr ganzes System überwinden wird.

¹) Stefan Engel: "Katastrophenalarm! - Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?", S. 163

Hier geht es zur Homepage des Buchs "Katastrophenalarm!"

Hier kann das Buch gekauft werden!

Hier geht es zu einer Unterschriftensammlung der Coordination gegen Bayer-Gefahren gegen die Fusion!