International

Freiheitskämpfer Rojavas in der Offensive

Freiheitskämpfer Rojavas in der Offensive
Kräfte der SDF (foto: privater Blog)

03.06.16 - In ihrer – am 24. Mai begonnenen – Offensive schneiden die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) die „Hauptstadt“ des faschistischen „Islamischen Staat“ (IS) in Syrien, die Stadt Rakka, immer mehr vom Nachschub ab. (siehe "rf-news") Sie kesseln sie zunehmend ein. Die SDF sind eine Vereinigung bewaffneter Kräfte kurdischer, arabischer, turkmenischer, assyrischer und anderer Nationalität im Norden Syriens (Rojava) mit den kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) als Kern.

Die antifaschistische Einheitsfront rückt zurzeit auf die vom IS gehaltene Stadt Minbic vor, die an einer wichtigen Route von der türkischen Grenze nach Rakka liegt. Bisher erhalten die IS-Faschisten über diese Route Waffen, Munition und Verstärkung. Gelingt die Befreiung vom IS, wäre es ein großer strategischer Erfolg auf dem Weg zu einem gemeinsamen Rojava mit dem Kanton Afrin.

Der Vormarsch wird auch durch Luftangriffe der „Anti-IS-Koalition“ unterstützt, die vor allem von der US Air Force geflogen werden. Die fortschrittlichen und revolutionären Kräfte in Syrien und Rojava nutzen taktisch geschickt zwischenimperialistische Gegensätze.

Die neoimperialistische Türkei will die regionale Vormacht werden. So erklärt sich auch die Reaktion des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu: Er forderte von den USA, zusammen mit türkischen Truppen in der Region eine "zweite Front" zu eröffnen - angeblich, um von dort aus auf Rakka vorzurücken. Vorbedingung sei aber, dass keine Kämpfer der YPG/YPJ beteiligt sind. Tatsächlich will sich damit die Türkei in Syrien festsetzen und verhindern, dass sich die kurdischen Kantone von Rojava territorial vereinen. Denn damit wäre der Türkei der Zugang nach Syrien verschlossen.

Auch der syrische Diktator Baschar al- Assad, der von russischen Militärs unterstützt wird, spielt nach wie vor eine militärische Rolle auf dem Kriegsschauplatz. So starten seine Truppen nach Angaben der Nachrichtenagentur "Reuters" eine Offensive auf den Luftwaffenstützpunkt Tabka, rund 40 Kilometer südwestlich von Rakka. Laut dem Bericht, soll Tabka nur die erste Etappe einer Offensive auf Rakka sein. Sprich: Sowohl die SDF mit US-Unterstützung, als auch die syrischen Regierungstruppen mit russischer Unterstützung attackieren jetzt Tabka auf dem Weg nach Rakka!

Dazu kommt, dass die IS-Faschisten militärisch noch nicht geschlagen sind: Im Moment sind ihre Banden im Vormarsch auf die Stadt Asas an der Grenze zur Türkei. Dort haben sie mehrere Orte eingenommen und zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Den dort agierenden Kämpfern der sogenannten "Freien Syrischen Armee" droht dort laut Medienberichten ein totaler Zusammenbruch.

Das Vorgehen der IS-Mörder verschärft die Lage der betroffenen Menschen in diesem Gebiet weiter. Schon jetzt sind diverse Dörfer und Städte zerstört, bzw. schwer beschädigt. Oft verhindert der IS, dass sich Zivilisten in Sicherheit bringen und missbraucht sie als Schutzschild.

Die türkische Regierung verfolgt eine nach innen und außen immer aggressivere neo-imperialistische Politik. Seit Monaten führt sie im Südosten der Türkei (Nordkurdistan) Krieg gegen die kurdische Bevölkerung. Der Versuch, einer endgültigen Niederwerfung des kurdischen Teils der Bevölkerung, und die militärischen Einsätze mit dem Ziel, der Zerschlagung des befreiten kurdischen Gebiets Rojava in Syrien, bilden dabei zwei Seiten einer Medaille.

Es gelingt Erdoĝan aber nicht, den kurdischen Freiheitskampf in Nordkurdistan abzuwürgen. Insbesondere die Jugend rebelliert und lehnt sich erfolgreich gegen die militärische Blockade der kurdischen Städte und Massaker der türkischen Armee auf. Türkische und kurdische Revolutionäre schließen sich auch im Kampf um Freiheit eng zusammen. Auch die Demokratische Partei der Völker (HDP) ist ein Zusammenschluss fortschrittlicher und demokratischer Menschen türkischer, kurdischer und anderer Volksgruppen in der Türkei. Beides ist Erdoĝan ein extremer Dorn im Auge.

Die Bedeutung eines Zusammenschlusses der Revolutionäre weltweit geht weit über die aktuellen Kampfhandlungen in Nordkurdistan und Rojava hinaus. Sie ist für die internationale sozialistische Revolution unabdingbar. Diese Einheit ist der Grundgedanke der ICOR, die auch deshalb einen Solidaritätspakt mit dem kurdischen Befreiungskampf geschlossen hat.

Die deutsche Bundesregierung unterstützt den Staatsterror gegen die Kurden, nicht zuletzt, damit die Erdoĝan-Regierung ihr die Flüchtlinge aus Syrien vom Hals hält. Die volle Solidarität mit dem heldenhaften Kampf der SDF/YPG/YPJ und der Kurden in der Türkei für ihre Freiheit ist das Gebot der Stunde!