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REBELL Köln demonstriert mit Flüchtlingen in Bergisch Gladbach

REBELL Köln demonstriert mit Flüchtlingen in Bergisch Gladbach
(rf-foto)

Köln (Korrespondenz), 07.06.16: Am 30. Mai demonstrierten Kölner Rebellen, die auch als Flüchtlinge in Bergisch Gladbach leben, gemeinsam mit Flüchtlingen aus dem Bergisch Gladbacher Stadtteil Katterbach. Mit dazu beigetragen hat das Rebellische Musikfestival, an dem ein Teil der Flüchtlinge teilgenommen hat. Die Erlebnisse und Auseinandersetzungen dort hatten sie ermuntert, nach ihrer Flucht den Kampf in Deutschland weiterzuführen.

Vorausgegangen war ein fünftägiger Hungerstreik in der Katterbacher Flüchtlingsunterkunft, das aus einem Leichtbauzelt besteht. Die meisten Flüchtlinge in Bergisch Gladbach sind seit acht Monaten und länger in provisorischen Flüchtlingsunterkünften untergebracht und warten ohne ein Asylverfahren.

Sie haben keinen Anspruch auf einen Deutschkurs, keine Arbeitserlaubnis und keine Möglichkeit, eine Wohnung zu bekommen. 2116 Flüchtlinge im Rhein-Bergischen Kreis und davon 966 in Bergisch Gladbach haben noch keinen Termin für eine Anhörung. Die Demonstranten forderten einen sofortigen Termin zur Anhörung, um einen Asylantrag zu stellen, denn das ist die Voraussetzung für einen provisorischen Ausweis.

Die Ungewissheit treibt die Flüchtlinge um; nicht zu wissen, ob man bleiben darf und seine Familie nach Deutschland holen kann, nur zu warten und keinerlei Information zu bekommen. Dabei sichert das Asyl- und Aufenthaltsgesetz den Flüchtlingen zu, dass sie binnen drei bis sechs Monaten einen Aufenthaltsstatus erhalten.

Die Flüchtlinge aus Katterbach organisierten nach dem Hungerstreik eine Protestaktion. Die Polizei machte ihnen unglaubliche Auflagen: es dürften nicht mehr als 100 Leute an der Aktion teilnehmen, ein Protestmarsch sei nicht möglich, auch einen Lautsprecher könnten sie nicht benutzen, andere Menschen aus der Bevölkerung dürften sich genausowenig wie politische Parteien daran beteiligen. Dennoch kämpften die Flüchtlinge ihre Protestaktion durch, 70 von ihnen beteiligten sich daran.

REBELL und MLPD überbrachten eine Solidaritätserklärung und protestierten gemeinsam mit ihnen. Einige trugen sich beim REBELL ein, um weiter informiert zu werden. Viele Flüchtlinge merken, was von der angeblichen sozialen Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel noch übrig bleibt. Sie begreifen, dass sie auch hier für ihre Rechte kämpfen müssen.

Das Sommercamp von REBELL und Rotfüchsen ist hier eine hervorragende Möglichkeit, eine solidarische Kultur zu erleben, in deutsch-kurdischen Kursen voneinander zu lernen und sich gemeinsam über eine Zukunft auszutauschen.

Weitere Infos zum Sommercamp auf www.rebell.info