MLPD

Der Kampf der französischen Werktätigen ist auch unser Kampf!

Der Kampf der französischen Werktätigen ist auch unser Kampf!
Hafenarbeiter in Le Havre

13.06.16 - Der Protest gegen das neue Arbeitsgesetz, das die sozialdemokratische Hollande/Valls-Regierung mit aller Gewalt durchziehen will, bringt in Frankreich seit Monaten Hunderttausende auf die Straße (rf-news berichtete mehrfach, ausführlich zuletzt am 23. Mai).

Am morgigen Dienstag, dem 14. Juni 2016, findet ein landesweiter Aktionstag statt. Es ist der neunte Aktionstag seit Beginn der Proteste. Der Kampf der französischen Werktätigen ist auch unser Kampf! Eine Delegation von ICOR, MLPD und bundesweiter Montagsdemo aus Deutschland wird in diesem Sinne des proletarischen Internationalismus an den Aktionen in Paris teilnehmen. rf-news sprach am gestrigen Sonntag mit einer Freundin der ICOR in Frankreich.

rf-news: Die Streiks und Proteste gegen die geplanten Angriffe auf die Arbeiterrechte in Frankreich gehen weiter. Chapeau! Am Samstag sind auch die Air-France-Piloten in einen viertägigen Streik getreten.

Freundin der ICOR: Ja, der Pilotenstreik ist eine weitere Ausweitung der Arbeiterkämpfe, die wirklich mit aller Härte geführt werden. Die Streiks und Proteste dauern jetzt seit über drei Monaten an. Allein schon das zeigt, dass es den Arbeitern und Werktätigen um grundlegende Fragen geht. Ein weiteres neues Kennzeichen der Streiks ist, dass die verschiedenen Gewerkschaften gemeinsam kämpfen. Es streiken die Lokführer, Bedienstete der Metro in Paris, Häfen und Kraftwerke werden bestreikt und es gibt Blockaden der Treibstofflager der Raffinerien. Frankreich musste seine strategischen Treibstoffreserven anzapfen. Die Arbeiterinnen und Arbeiter lehnen es ab, wie von der Regierung verlangt, Opfer für die Betriebe und Konzerne zu bringen.

rf-news: In Deutschland gibt es in den letzten Tagen eine zunehmende Hetze gegen die Arbeiterkämpfe im Nachbarland. Die Süddeutsche Zeitung schrieb gestern, solche Streiks gehören verboten, und man sei froh, dass es diese in Deutschland nicht gebe.

Freundin der ICOR: Gehetzt wird bei uns auch kräftig gegen die Streiks und Demonstrationen, jetzt natürlich auch mit dem Argument der Fußball-Europameisterschaften. Aber trotz der Hetze ist die Unterstützung der Streikenden seitens der Bevölkerung immer noch gut. 55 Prozent der Bevölkerung unterstützen es auch nach den vielen Wochen weiterhin, dass die Streiks fortgesetzt werden. Gegen das reaktionäre Arbeitsgesetz sind 75 Prozent. Die Jugend ist weiter dabei, obwohl jetzt Examenszeit ist. Die Schülerinnen und Schüler und die Studenten orientieren sich darauf, sich mit den Arbeitern zusammenzuschließen. Was die Jugendlichen wie die Streikenden gleichermaßen aufbringt und in ihrem Kampfwillen bestärkt, ist die Brutalität, mit der der Staatsapparat vorgeht.

rf-news: Die EM ist eine gute Tribüne, oder? Welche Solidarität aus Deutschland, von der MLPD und der deutschen Arbeiterklasse, ist jetzt vonnöten?

Freundin der ICOR: Am 14. Juni kommen die Menschen zum Aktionstag aus ganz Frankreich nach Paris. Dass Frankreich derzeit die Blicke von Millionen Fußballfans auf sich zieht, ist da natürlich schon klasse. Es herrscht unter den Massen aber auch eine gewisse Verwirrung, dass jetzt die Sozialdemokraten derart arbeiterfeindliche Politik machen. Wie soll es erst werden, wenn noch rechtere Kräfte die Regierungsgeschäfte übernehmen? Das Fehlen einer zielklaren marxistisch-leninistischen Partei mit einer sozialistischen Perspektive in Frankreich macht sich schmerzlich bemerkbar – umso wichtiger ist es, sie in den aktuellen und künftigen Arbeiterkämpfen aufzubauen. Ich freue mich sehr auf die Delegation von ICOR und MLPD. Wichtig sind Solidaritätsstreiks. Es bedarf des gemeinsamen internationalen Kampfs und Zusammenschlusses der französischen und der deutschen Arbeiterklasse und der Arbeiter weiterer europäischer Länder gegen das internationale Finanzkapital. Wir werden deshalb auch mit Nachdruck am Aufbau der "Freunde der ICOR" arbeiten.

rf-news: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

In folgenden Städten in Deutschland finden am 14.6. Soli-Kundgebungen statt:

Frankfurt, 18:30 Uhr, Konstablerwache

München, 16 Uhr, Französisches Konsulat

Düsseldorf, 16 Uhr, Martin-Luther-Platz

Leipzig, 18 Uhr, Augustusplatz

Berlin, 16 Uhr, Pariser Platz