Jugend

Neunter landesweiter Aktionstag in Frankreich - ICOR-Delegation ist solidarisch!

Neunter landesweiter Aktionstag in Frankreich - ICOR-Delegation ist solidarisch!

14.06.16 - Für heute, Dienstag, den 14. Juni, haben die Gewerkschaften CGT (Confédération générale du travail), FO (Force ouvrière), Solidaires und vier weitere Gewerkschafts- und Jugendverbände, die sich im "intersyndicale" (einem gewerkschaftlichem Verbund) zusammengefunden haben, einen neuen Mobilisierungshöhepunkt geplant. Aus dem ganzen Land, aber auch aus dem Ausland - so aus Deutschland - sind Hunderttausende, wenn nicht gar Millionen, gegen die Reform des Arbeitsgesetzes (Code du Travail) zu einer Großdemonstration nach Paris mobilisiert - kurz vor der Abstimmung im Senat. Der neunte landesweite Aktionstag der französischen Werktätigen findet mitten im bunten Gewimmel der Europameisterschaft und unter den Bedingungen des nach wie vor bestehenden Ausnahmezustands statt.

Unter der Bevölkerung und sicher auch vielen Fußballfans findet der Kampf große Solidarität, vor allem auch unter der Jugend. Denn für ihre Zukunft wird hier mitgestreikt. So werden neben den bereits durchgeführten Streikmaßnahmen (siehe rf-news) immer wieder ganze Schulen und Universitäten blockiert.

Der französische Staatsapparat geht mit großer Härte gegen Streikende und Protestierende vor. Über 1.000 Streikende und Aktivisten und Aktivistinnen der Studentenbewegung von „Nuit debout“ wurden gefangen gesetzt, einzelne Raffinerien mit brutaler Gewalt geräumt. Schlägertrupps werden eingesetzt, der Widerstand soll kriminalisiert werden.

Der Kampf gegen das volks- und arbeiterfeindliche Gesetz findet internationale Beachtung. In zahlreichen Städten in Deutschland gab es heute Solidaritätsdemonstrationen, aus Brasilien gab es Solidaritätserklärungen. Viele Montagsdemonstrationen in mehr als 70 Städten in Deutschland erklären ihre unverbrüchliche Solidarität mit dem Kampf der französischen Arbeiter und Arbeiterinnen. Viele Menschen sind heute von Deutschland aus nach Paris gefahren, darunter auch Freunde und Freundinnen, Genossinnen und Genossen der MLPD als ICOR-Partei.

Ein Mitglied dieser Delegation berichtet: „600 Busse sind zum Aktionstag nach Paris gefahren und sind zum Teil schon da oder kommen gerade an. Aus allen Richtungen strömen die Gruppen von Streikenden und Delegationen hier zusammen. Darüber hinaus finden 50 Demonstrationen im restlichen Lande statt. Heute Morgen haben wir als Delegation der Bundesweiten Montagsdemonstrationsbewegung, der MLPD und der ICOR an einer Streikversammlung der Eisenbahner am Gare du Nord teilgenommen. Dort wurde darüber diskutiert, wie der Streik bisher verlaufen ist. Es war einhellige Stimmung, das weitergekämpft werden muss.

Täglich finden Abstimmungen unter den Arbeitern des Bahnhofs statt, ob weiter gestreikt werden soll oder nicht. Bei der heutigen Abstimmung stimmten 58 für den Streik. Es gab keine Gegenstimmen und acht Enthaltungen. Wir hatten schon vorher mit verschiedenen Eisenbahnern diskutiert, hatten sowohl uns als auch die ICOR vorgestellt. Die Freude darüber, dass eine Solidaritätsdelegation aus Deutschland kommt, war sehr groß. ... Auf der Streikversammlung konnte ich als Vertreterin von MLPD und ICOR sprechen. Ich erklärte, dass das hier ein gemeinsamer Kampf über Ländergrenzen hinweg ist, dass es europaweit solche Pläne gibt; wie die Erfahrungen der Massen mit der 'Agenda 2010' in Deutschland sind und dass die ICOR diesen gemeinsamen Kampf unterstützt. Dafür gab es sehr, sehr viel Beifall.

Ein Kollege bedankte sich bei der Delegation aus Deutschland und erklärte, der Gedanke der internationalen Arbeitereinheit sei total wichtig. Er sei entschlossen, zur Herbsdemonstration nach Deutschland zu fahren und damit den Solidaritätsbesuch zurückzugeben. Die anderen sollten sich das doch auch noch überlegen. Wir haben unter diesen Eisenbahnern schon zwei Freunde der ICOR gewonnen. Es ist eine Wahnsinsstimmung und ein Höllenlärm in den Straßen drumherum.“