Wirtschaft

Evonik Essen: „Wir sitzen nicht in einem Boot!“

Evonik Essen: „Wir sitzen nicht in einem Boot!“
Das Evonik-Haus in Essen (foto: Gemeinfrei)

Essen (Korrespondenz), 23.06.16 - Wie bereits am 14. März kam es auch vor der Betriebsversammlung am 20. Juni zu einer Protestdemonstration bei Evonik–Goldschmidt in Essen. Diesmal demonstrierten Teile der Belegschaft vom Tor 3 hin zur Betriebsversammlung. Über 50 Kolleginnen und Kollegen nahmen daran teil. Das hat es schon seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben und jetzt bereits zweimal hintereinander.

Auf Plakaten wurde der Unmut kundgetan: „Gewinne rauf – Löhne runter! - Wir machen die Arbeit“. Besondere Aufmerksamkeit genoss das Transparent, dass bereits auf dem 1. Mai in Essen von Kolleg(inn)en getragen wurde: „Ein Konzern – Eine Belegschaft...Wir kämpfen gemeinsam! Keine Auslagerungen bei Evonik in Essen! Wir halten zusammen!“

Hintergrund ist die geplante Auslagerung des Großteils der Logistik des Werks und der Kleingebindeabfüllung an die Evonik–Tochter IlaS (Infracor Lager und Speditions–GmbH). Davon betroffen sind mindestens 150 Kolleginnen und Kollegen. Trotz enormer Gewinnsteigerungen im Konzern sollen Betriebsteile ausgelagert werden - mit Lohneinbußen, Arbeitszeitverlängerungen usw. Das stößt auf klare Ablehnung, Betroffenheit und Unverständnis und auch auf Ängste. „Und dafür sollen wir noch Verständnis haben!?“, betonte eine Rednerin.

In weiteren Redebeiträgen wurde klar betont: „Wir sind eine Belegschaft und das wollen wir auch bleiben. Daran gibt es nichts zu rütteln.“ Dafür gab es viel Applaus. „Heute sind wir dran und morgen bist Du dran! Auch müssen wir uns ein Beispiel nehmen an den Kämpfen in Frankreich und uns Gedanken um das Streikrecht machen...!“ Die Erkenntnis: "Wir sitzen nicht in einem Boot mit der Geschäftsleitung!“, wuchs an diesem Tag kräftig.