Politik

Betriebsrätin wegen AfD-Kritik abgemahnt

Betriebsrätin wegen AfD-Kritik abgemahnt
Jennifer Weissenbrunner (foto: IG Metall)

29.06.16 - Bereits im März 2016 erhielt die Betriebsrätin Jennifer Weissenbrunner eine Abmahnung von der Firma Dematic in Offenbach am Main. Dematic wirft ihr "Störung des Betriebsfriedens" vor. Tatsächlich hat sie auf einer Betriebsversammlung Positionen gegen die ultrareaktionäre und rassistische AfD bezogen. Das wird ihr von der Unternehmensleitung als "parteipolitische Betätigung" ausgelegt. Eine solche ist im angeblichen musterdemokratischen Deutschland in Betrieben verboten.

Am 27. Juni fand nun ein Gütetermin statt. Das Gericht forderte von Jennifer Weissenbrunner eine Erklärung, den Betriebsfrieden künftig nicht mehr zu stören. Dann könne man über die Streichung der Abmahnung sprechen. Eine inzwischen weit verbreitete Falle, gegenüber Kolleginnen und Kollegen. Denn mit dieser Erklärung hätte die Betriebsrätin gleichzeitig ein Schuldeingeständnis abgelegt. Sie hat aber zu keinem Zeitpunkt den Betriebsfrieden gestört. Es ist der Einheit der Belegschaften im Gegenteil höchst förderlich, die rassistische ultrareaktionäre, arbeiterfeindliche Politik der AfD zu entlarven.

Falls Dematic die Abmahnung nicht freiwillig zurückzieht, wird es am 15. September zum Kammertermin kommen.