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Unvergesslicher, würdiger und optimistischer Festakt zur Übergabe der ICOR-Hauptkoordination

Unvergesslicher, würdiger und optimistischer Festakt zur Übergabe der ICOR-Hauptkoordination

02.07.16 - Rund 260 Besucherinnen und Besucher kamen gestern zur feierlichen Übergabe der ICOR-Hauptkoordination von Stefan Engel an Monika Gärtner-Engel in die Gelsenkirchener Horster Mitte. Sie erlebten einen unvergesslichen, würdigen, facettenreichen, optimistischen und humorvollen Festakt anlässlich dieser bedeutenden "Stabübergabe". Durch das Programm führten Gabi Gärtner und Peter Weispfenning vom ZK der MLPD.

Es begann mit einem Bildervortrag über die Vorgeschichte der revolutionären Weltorganisation, ihre Gründung und ihren seitherigen vielversprechenden Aufbau. "Zersplittert sind die Arbeiter nichts, vereint sind sie alles" - von dieser Losung Lenins ließen sich die revolutionären Organisationen leiten, die sich 2010 zur ICOR zusammenschlossen. Die Zeit war reif, mit diesem Schritt die jahrzehntelange Zersplitterung der internationalen marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung zu überwinden. Die Initiative dafür ging wesentlich von der MLPD und ihrem Vorsitzenden Stefan Engel aus. Heute - sechs Jahre später - hat die ICOR bereits 50 Mitgliedsorganisationen aus 41 Staaten. Sie sucht ausdrücklich den Zusammenschluss mit allen revolutionären, fortschrittlichen und kämpferischen Organisationen der Welt und versteht sich nicht als Konkurrenz dazu.

Stefan EngelEs knisterte im Saal, als nach dieser Einführung der bisherige Hauptkoordinator, Stefan Engel, das Wort ergriff: "Wir wollen die Stabsübergabe in dieser Funktion bewusst öffentlich durchführen, damit keine Spekulationen aufkommen, sondern die ICOR bei diesem bewussten Funktionswechsel auch das Vertrauen der breiten Masse der ICOR-Mitglieder sowie auch ihrer Freunde genießt. Es entspricht meinem grundsätzlichen Selbstverständnis, Funktionen nur dann auszuüben, wenn ich sie auch in der gebotenen Qualität und Dimension gewährleisten und wahrnehmen kann. Die Funktion des ICOR-Hauptkoordinators ist eng an eine große Reisetätigkeit und die jederzeitige Bereitschaft gebunden, sich mit den gegebenen Anliegen der ICOR zu befassen. Das ist mir aufgrund verschiedener gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr in dem notwendigen Ausmaß möglich."

Er führte aus, dass sich die Wahl des Hauptkoordinators laut Statut der ICOR immer auf die Person und die betreffende Organisation bezieht. Deshalb obliegt es der MLPD, eine(n) geeignete(n) Nachfolger(in) zu finden. Er hob hervor, wie nach der seit 1988 bestehenden "Internationalen Konferenz marxistisch-leninistischer Parteien und Organisationen" mit der ICOR schließlich eine höhere, verbindlichere und auf die praktische Zusammenarbeit bezogene Form der internationalen Vereinigung aller Revolutionäre gefunden wurde.

Stefan Engel zog Bilanz: "Die hauptsächlichen Ergebnisse des ICOR-Aufbaus bestehen darin, dass sie ein Vertrauensverhältnis geschaffen hat zwischen verschiedenen revolutionären Organisationen, die sich in der Vergangenheit zum Teil doch heftig bekriegt haben. Dazu hat insbesondere die proletarische Streitkultur beigetragen, die in den ICOR-Prinzipien verankert ist und auf die ich in meiner Tätigkeit größten Wert legte. Das bedeutet, dass alle Organisationen auf Augenhöhe arbeiten, dass man die unterschiedlichen ideologisch-politischen Wurzeln respektiert, dass man Meinungsverschiedenheiten sachlich austrägt ohne das Vertrauen aufzukündigen, und dass man vor allem verlässlich, demokratisch und initiativ zusammenarbeitet."

Er bekräftigte: "Der Funktionswechsel von mir zu Monika Gärtner-Engel ist keine Erscheinung der Krise der Organisation, wie das oft bei bürgerlichen Organisationen üblich ist, sondern sie findet in einer Situation statt, in der es darauf ankommt, die Arbeit der ICOR zu intensivieren und weiterzuentwickeln. ... Wegen ihrer hohen Fähigkeit zu einem marxistischen Arbeitsstil, einer wissenschaftlichen Arbeitsorganisation und ihrer großen Überzeugungskraft und Zuverlässigkeit hat das ZK der MLPD Monika für die künftige Arbeit der Hauptkoordinatorin vorgeschlagen. Sie ist keine 'Quotenfrau', sondern erste Wahl und genießt das Vertrauen der Partei und der internationalen revolutionären und Arbeiterbewegung. Zum ersten Mal tritt damit in der internationalen und revolutionären Arbeiterbewegung eine Frau eine solche Funktion an. Daran werden sich manche männlichen Parteiführer in der ICOR noch gewöhnen müssen und sie werden es tun."

Der MLPD-Vorsitzende ließ keinen Zweifel daran, dass er weiterhin als Aktivist der Arbeit der ICOR zur Verfügung und natürlich auch der internationalen Koordinierungsgruppe mit Rat und Tat beiseite steht: "Ich wünsche Monika alles Gute und bin zuversichtlich, dass dieser Funktionswechsel auch ein Beitrag sein wird, die ICOR entscheidend weiterzubringen."

Monika Gärtner-EngelNun kam Monika Gärtner-Engel auf die Bühne. Sie drückte ihre "Freude und Ehre" aus, "den Staffelstab für die ICOR-Hauptkoordination von Stefan Engel zu übernehmen". Sie begann mit einem Ausblick: "Wohin wir heute auf der Welt schauen: Sie schreit buchstäblich nach internationaler Zusammenarbeit, Koordinierung und Revolutionierung der kämpferischen und revolutionären Kräfte. 'Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist', sagte Victor Hugo. Die Gründerinnen und Gründer der ICOR und dabei federführend Stefan Engel haben den internationalen Zusammenschluss vor allem für die praktische Zusammenarbeit als das Gebot der Stunde erkannt. ... Nach der ersten Phase der Gründung, des erfolgreichen Aufbaus, der Schaffung der Grundstrukturen der ICOR steht in der Zukunft die kontinuierliche, nachhaltige praktische Zusammenarbeit im Zentrum."

Monika Gärtner-Engel fuhr fort: "Ich bin sehr froh, dass ich in die künftige hohe Verantwortung ... auch 20 Jahre Einarbeitung in die internationale Tätigkeit durch Stefan Engel und internationalistische Zusammenarbeit mit ihm einbringen kann. Dabei erlebte ich eine Prägung der Funktion des Hauptkoordinators, die unbedingt Markenzeichen der ICOR bleiben muss. Dazu gehört zuallererst die völlig uneitle Wahrnehmung der Funktion, die großen gegenseitigen Respekt mit sachlich begründeter Autorität verbindet. Dazu gehört die Fähigkeit, eine sehr detailfreudige, intensive praktische Arbeit mit jederzeitiger theoretischer Verarbeitung zu verbinden. Dazu gehört, dass jederzeit offen gesprochen, von den gemeinsamen Zielen und Prinzipien ausgegangen und niemals Süßholz geraspelt wird. Dazu gehört die sehr große Betonung der Schaffung eines gegenseitigen Vertrauensverhältnisses, um gerade angesichts der unvermeidlichen Unterschiede in der weltanschaulichen Grundlage, den kulturellen und historischen Gepflogenheiten Schritt um Schritt zusammen zu wachsen. Im Sinne dieser Prägung werde ich die Fackel von Stefan Engel weiter tragen. Dazu kann und werde ich meine eigenen Erfahrungen, Besonderheiten und Qualifikationen einbringen."

Sie schloss ihren Beitrag mit einem Auftrag für die Selbstveränderung: "Man muss sich völlig darüber klar sein, dass das strategische Format von Stefan Engel der ICOR sehr fehlen wird. Deshalb ist die Einarbeitung in die ICOR-Hauptkoordination ein großer Qualifizierungs- und Lernprozess. Ich freue mich sehr, dass Stefan Engel dafür weiter als Berater zur Verfügung steht. Genauso aber darüber, dass Ihr alle heute hier seid. Das gibt mir die Gelegenheit, Euch alle auf eine intensive verantwortungsvolle Unterstützung und Übernahme eigener Verantwortung für die Vorbereitung der internationalen Revolution zu verpflichten. Was ich hiermit tue!"

Danach stießen erst einmal alle im Saal mit einem Glas Sekt auf die erfolgte StabübergaOvationenbe an. Eine große Gruppe von Mitgliedern des Jugendverbands der MLPD, des REBELL, betrat nun die Bühne. Sie betonten, wie sehr das Eintreten für die internationale Revolution mittlerweile schon ihre ganze Art, Haltung und rebellische Arbeit prägt. Die REBELL-Vorsitzende Lisa Gärtner brachte es so auf den Punkt: "Ein afrikanisches Sprichwort sagt: Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf. Wir sagen: Um die rebellische Jugend der Welt zu erziehen, braucht es die ICOR und die revolutionäre Weltbewegung."

Talip Üstebay vom Vorstand der kurdischen NAV-DEM berichtete von seinen positiven Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Stefan Engel und Monika Gärtner-Engel: "Stefan hat den Zug in der richtigen Richtung auf die Schiene gebracht, um das Ziel zu erreichen." Die zeige auch die erfolgreiche Zusammenarbeit bei den ICOR-Solidaritätsbriganden für Kobane.

Andrej von der ICOR-Organisation KSRD (Koordinierungsrat der Arbeiterbewegung in der Ukraine) war eigens für die Feier angereist. Er sagte: "Unsere Organisation hat beide als flammende Kämpfer und hervorragende Organisatoren kennengelernt. Wir sind froh, mit euch Seite an Seite den Kampf führen zu dürfen." Anschließend trug er persönlich das Lied "Partisanen vom Amur" auf russisch vor.

RebellenZahlreiche weitere Glückwünsche und Grußworte aus der MLPD wurden vorgetragen, bevor nacheinander Vertreterinnen bzw. Delegationen des ICOR-Büros, des Frauenverbands Courage, des kämpferischen Frauenrats, der Bergarbeiterfrauen-AG in Courage sowie der Bergarbeiterbewegung "Kumpel für AUF" die Bühne betraten, um Dank, Vertrauen und Selbstverpflichtung auszudrücken. Alle hatten originelle und passende Geschenke für Stefan Engel und Monika Gärtner-Engel zum feierlichen Anlass mitgebracht. So bekamen sie vom ICOR-Büro je ein Fotobuch über Highlights und bewegende Momente der Zusammenarbeit überreicht.

Umrahmt wurde die Feier von verschiedenen kulturellen Darbietungen, unter anderem zwei Liedvorträgen der Gewinnerin des Songcontest auf der Weltfrauenkonferenz, Kejsi - je eines ihren "Vorbildern" Stefan Engel und Monika Gärtner-Engel gewidmet. Zum Ausklang sangen alle gemeinsam die "Internationale". Ein nicht in der MLPD organisierter Teilnehmer fasste den Abend so zusammen: "Es war für mich sehr interessant und ich habe viel gelernt. Beeindruckt hat mich, wie der Aufbau der ICOR fortgeschritten ist und ich kann besser ermessen, welche gewaltigen Verdienste Stefan Engel hierbei hatte."

Mehr zum Festakt im nächsten Rote Fahne-Magazin, das kommende Woche erscheint - es kann hier bestellt werden.