Politik

"Rotfüchse sind keine Aufgeber"

"Rotfüchse sind keine Aufgeber"
Jugendlicher Schwung quer durch alle Altersklassen vor dem Sitzungsgebäude (rf-foto)

30.06.16 - Alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, die Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB XII oder Leistungen gemäß § 2AsylbLG oder §3 AsylbLG erhalten, haben im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets der Bundesregierung einen Anspruch von monatlich zehn Euro, die sie für Sportvereine, Musikunterricht und Ferienfreizeiten einsetzen können.

Das Sommercamp des REBELL und der Kinderorganisation ROTFÜCHSE passt vollauf in die Bereiche Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit, Förderung künstlerischer und musikalischer Fähigkeiten und ist eindeutig förderungswürdig im Sinne des Bildungs- und Teilhabepakets. Doch die Stadtverwaltung Gelsenkirchens lehnte Ende Mai den Antrag des Jugendverbands REBELL auf Abschluss einer Rahmenvereinbarung als Anbieter für Ferienfreizeiten ab.

Dass sie mit 258 Anbietern eine solche Rahmenvereinbarung zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben abgeschlossen hat, belegt, dass sie ansonsten nicht sehr restriktiv in der Auswahl von Anbietern ist. Die Stadtverwaltung folgt damit der antikommunistisch motivierten Ausrichtung durch das Landesinnenministerium bzw. den "Verfassungsschutz". Mit dem vielseitigen Programm auf dem Sommercamp, seiner pädagogischen Qualität, dem Betreuungsschlüssel, der hervorragenden Organisation usw. hat sie sich zu keinem Zeitpunkt befasst.

Dieses Vorgehen setzte der Ausschuss für Jugend, Kinder und Familie am Dienstag, 28. Juni, weiter fort. Er befasste sich mit der Anregung nach Paragraph 24 der Gemeindeordnung von drei Mitgliedern des REBELL an den Oberbürgermeister Gelsenkirchens, Frank Baranowski, dass die Gutscheine des Bildungs- und Teilhabepakets auch bei den Sommercamps des REBELL eingelöst werden können.

Der Sitzungssaal des Ausschusses für Jugend, Kinder und Familie wurde voll, als die ca. 30 Rotfüchse, Rebellen, Flüchtlinge, Eltern und weitere Erwachsene von MLPD, AUF Gelsenkirchen und Montagsdemo in den Raum kamen. Schöne kleine Schilder der Rotfüchse und Rebellen "Ich will mit zum Sommercamp!", "Keine Ungleichbehandlung!" schmückten den Saal, der Sommercamp-Flyer wurde jedem Ausschussmitglied auf seinen Platz gelegt. Viele Ausschussmitglieder und Vertreter der Stadtverwaltung reagierten überrascht.

Obwohl drei Petenten (Lisa Gärtner, Leon Bauer und Enrico Jacobs) die Anregung gestellt hatten, durfte nur einer sprechen. Lisa Gärtner trug die gemeinsame Rede vor, die das Kinder- und Jugendcamp vorstellte.

Einstimmig wies der Ausschuss, in dem unter anderem die Linkspartei, Piraten, die Wahlbündnisse AUF Gelsenkirchen und WIN nicht vertreten sind, den Antrag zurück. Das empörte die anwesenden Besucher im Sitzungssaal. REBELL, ROTFÜCHSE, AUF Gelsenkirchen, MLPD und die vielen Unterstützer – ca. 570 Menschen haben für die Unterstützung der Anregung in kurzer Zeit unterschrieben – werden diese Unterdrückung nicht akzeptieren und weiter kämpfen. Wie ein Rotfuchs nach der Ausschusssitzung sagte: "Rotfüchse sind keine Aufgeber!"

Die nächste Station ist die Stadtratssitzung am 7. Juli, wo die Stadtverordnete Monika Gärtner-Engel einen Antrag auf Abschluss einer Rahmenvereinbarung mit dem REBELL auf die Tagesordnung gesetzt hat.

Alle die den Kampf gegen die Ungleichbehandlung der Sommercamps und des Jugendverbands REBELL und der Kinderorganisation ROTFÜCHSE unterstützen und sich informieren wollen, sind herzlich eingeladen zum Sommerfest der Horster Mitte am Samstag, 2. Juni 2016, in Gelsenkirchen-Horst, Schmalhorststr. 1c. Dort findet um 14.30 Uhr die Veranstaltung „Rebellion gegen die Unterdrückung des REBELL-Sommercamps“ statt. (siehe rf-news)

Kommt zu den Sommercamps von REBELL und ROTFÜCHSE vom 23. Juli bis 13. August nach Truckenthal/Thüringer Wald! Für Flüchtlinge kostet eine Woche Sommercamp jetzt nur 70 Euro!

Die Pressemitteilung und die Rede des Jugendverbands REBELL können hier gelesen werden!

Mehr Infos zu den Sommercamps von REBELL und ROTFÜCHSE gibt es hier!