Sozialismus

"Unser erster Fluthelfereinsatz in Simbach am Inn"

"Unser erster Fluthelfereinsatz in Simbach am Inn"
Hier kam das Wasser her: Der Simbach, der durch den gleichnamigen Ort fließt (foto: 0 DM/CC BY-SA 4.0)

München (Korrespondenz), 28.06.16: Am Mittwoch, den 15. Juni, fuhren wir von der Münchener Montagsdemo, der Umweltgewerkschaft und der MLPD zu dritt nach Simbach. Nach knapp zwei Stunden Fahrt kamen wir am Bauhof in Simbach an.

Zurzeit werden die Helfer verteilt in einzelnen Häusern eingesetzt. Wir waren mit Abschlagen von Putz und Aufräumen von Bauschutt beschäftigt. In der ganzen Straße stehen die Häuser leer, die Erdgeschosse müssen entkernt werden. "Mal ein sinnvoller Einsatz", hörten wir. Der Hausbesitzer meinte, ohne die vielen Helfer wären sie aufgeschmissen. Eine Helferin erzählte, dass die „Soforthilfe“ von 1.500 Euro versteuert werden muss. Spenden über amtliche Konten gehen nicht an Betroffene, sondern an THW und Feuerwehr.

Mit ein paar Leuten konnten wir reden. An eine solche Menge Starkregen, wie sie in Simbach niederging, konnte sich keiner erinnern, 180 Liter pro Quadratmeter in zwei Stunden. Die große Hilfsbereitschaft, die sie erlebt haben, hätten sie nicht für möglich gehalten. Das zeigt, dass der Mensch doch nicht so egoistisch ist, wie viele meinen. Wir sagten: Wir sind für eine solidarische, sozialistische Gesellschaft. Dazu gehört dann auch, dass man praktisch anpackt.

Beim Resümee auf der Rückfahrt waren wir alle von der überall spürbaren Hilfsbereitschaft beeindruckt. Sie beinhaltet die Chance, einen massenhaften, organisierten Widerstand gegen die Umweltverbrecher zu entwickeln und die Entwicklung zu einer globalen Umweltkatastrophe aufzuhalten. Deshalb hat die Umweltgewerkschaft München eine Liste erstellt, mit der wir Adressen von Leuten für ein Nothilfeteam im Katastrophenfall sammeln.