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Bedrettin Kavak: In der Türkei gefoltert - in Deutschland vor Gericht

Bedrettin Kavak: In der Türkei gefoltert - in Deutschland vor Gericht
Bedrettin Kavak (foto: ISKU)

Hamburg (Korrespondenz), 11.07.16: Bedrettin Kavak, Freiheitskämpfer gegen den türkischen Staatsterrorismus, steht in Hamburg vor Gericht (rf-news berichtete über das Verfahren und die Solidarität mit Bedrettin Kavak). Beweisanträge seiner Verteidiger, die die Waffenlieferungen des türkischen Staats und die Distanzierung der PKK von allen Terroranschlägen in der Türkei belegen, werden als bedeutungslos für das Verfahren abgelehnt.

Bedrettin Kavak zeichnete am 7. Juli 2016 in seiner persönlichen Erklärung ein eindrückliches Bild der kurdischen Bewegung, die erst nach Jahren und Jahrzehnten von Massakern und Unterdrückung nationaler Minderheiten durch den türkischen Staat zum bewaffneten Befreiungskampf übergeht. Da sitzt Bedrettin Kavak allerdings schon im Gefängnis, in das er als Mitglied einer kurdischen Schülergruppe mit 17 Jahren eingesperrt wird. Er wird zum Tode verurteilt, eineinhalb Jahre gefoltert und sitzt acht Jahre in Einzelhaft. Als er mit 41 Jahren freigelassen wird, unterstützt er die HDP in Batman mit Sozialberatungen. Nach der Flucht vor weiterer Verfolgung enthüllt er auf Veranstaltungen und im Fernsehen in Paris und weiteren Städten Europas die blutige Unterdrückung durch den türkischen Staat und organisiert die Unterstützung des kurdischen Befreiungskampfs.

”Auch die letzte Phase meines Lebens möchte ich im Dienst der Befreiung des kurdischen Volkes verbringen. Ich habe dafür nie jemanden beleidigt oder zu etwas gezwungen. … Es sind würdige Kurden, die hier in Deutschland angeklagt sind. Aber hier wird keine Arbeit für die PKK durchgeführt, auch wenn ich mit ihr sympathisiere … 3.000-5.000 angebliche Terroristen will die AKP-Regierung nach eigenen Angaben getötet haben. Darunter sind über 1.000 Frauen und Kinder, die bei der Bombardierung und Zerstörung kurdischer Städte und Dörfer getötet wurden. Was soll denn noch geschehen, damit den Kurden der aktive Widerstand zugestanden wird?“ fragt er zum Schluss den Staatsschutzsenat in Hamburg.

Über 30 Besucher des Verfahrens an diesem Tag fordern weiter den Freispruch für Bedrettin Kavak und alle anderen in Deutschland angeklagten kurdischen Freiheitskämpfer.