Sozialismus

Hamburg: Gedenken zum Altonaer Blutsonntag 1932

Hamburg: Gedenken zum Altonaer Blutsonntag 1932
Hamburger Rebellinnen und Rebellen bringen die provisorische Gedenktafel für die vier ermordeten Kommunisten an (rf-foto)

Hamburg (Korrespondenz), 22.07.16 - Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts: Altona – damals noch nicht zu Hamburg gehörend – ist eine Hochburg der KPD. Die Faschisten provozieren durch einen Aufmarsch am 17. Juli 1932. Geschützt wurden sie durch ein riesiges Polizeiaufgebot. Der massive Widerstand aus dem Arbeiterviertel wurde im Blut ertränkt: 80 zum Teil Schwerverletzte und 18 Tote. Die Geschehnisse gehen als „Altonaer Blutsonntag“ in die Geschichte ein. Nach Errichtung des Terrorregimes der Hitler-Faschisten 1933 kam es sofort zu einem Prozess. Am 1. August 1933 wurden die Kommunisten Karl Wolff, August Lütgens, Walter Möller und Bruno Tesch im Hof des Altonaer Gerichtsgefängnisses auf staatliche Anordnung brutal ermordet.

Auf Initiative der Hamburger Geschichts- und Kulturwerkstatt, der MLPD und des Jugendverbands REBELL finden seit einigen Jahren Gedenkfeiern am Jahrestag statt. Der REBELL hat die Pflege des Gedenksteins übernommen. Mit Liedern der Arbeiterbewegung, bewegenden Redebeiträgen wurde den Ermorderten gedacht. Es ist ein Skandal, dass das Bezirksamt Altona den Antrag der Geschichtswerkstatt über das Anbringen einer deutlich sichtbaren Gedenktafel untersagt -  wegen angeblich fehlendem öffentlichen Interesse! Für die Gedenktafel wurde eine Unterschriftenaktion gestartet. In einer öffentlichen Aktion brachten nach dem Gedenken Rebellen die provisorische Tafel am Amtsgericht an – unter großem Beifall! Dort heißt es in der Überschrift: "Wehret den Anfängen – Gedenken des 'Altonaer Blutsonntag', dem 17. Juli 1932".