Umwelt

Weltweite AIDS-Epidemie verschärft sich wieder

Weltweite AIDS-Epidemie verschärft sich wieder
Ein HIV-Virus (foto: Gemeinfrei)

21.07.16 - Derzeit findet im südafrikanischen Durban  vom 18. bis 22. Juli die 21. AIDS-Konferenz statt. 18.000 Forscher, Aktivisten und Politiker aus der ganzen Welt nehmen teil.

Bereits vor Beginn gab es lautstarke Proteste durch die „Stillen Heldinnen“, wie Afrikas Großmütter genannt werden. Sie haben eine ganze Generation von Aids-Waisen groß gezogen und verlangen zu Recht Respekt und finanzielle Unterstützung für diese Lebensleistung. In Afrika ist Aids weiterhin die häufigste Todesursache bei Jugendlichen.

Weltweit leben 35 Millionen Menschen mit HIV. Jedes Jahr kommen etwa 2,1 Millionen neue Infektionen hinzu. Seit 1979 verstarb die Hälfte der 79 Millionen infizierten Menschen. Im ersten Jahrzehnt seiner Entdeckung entsprach die Aids-Diagnose einem Todesurteil. Aufgrund jahrzehntelanger Forschung und Erprobung gibt es heute mehr als 25 Wirkstoffe, die – besonders in Kombination miteinander - dem Erreger Einhalt gebieten können. Die sogenannte antiretrovirale Therapie mindert das Risiko einer Ansteckung anderer Menschen. So können HIV-positive Menschen heute bis zu 70 Jahre alt werden und sogar - mit einer besonderen Behandlung - gesunde Kinder in die Welt setzen. Heilbar ist HIV allerdings bisher nicht - und wird es auch nicht werden, wenn es nach den internationalen Pharmamonopolen geht, die mit den bisherigen Medikamenten Maximalprofite machen.

Der Hälfte der HIV-Infizierten weltweit bleibt der Zugang zu Medikamenten versagt. Die HIV-Neuinfektionen in Osteuropa und Zentralasien sind von 2010 bis 2015 um 57 Prozent gestiegen. 80 Prozent der Neuinfektionen dieser Region finden in Russland statt. In Deutschland sind etwa 80.000 Menschen betroffen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die notwendigen Kosten für die Behandlung. Flüchtlinge ohne Aufenthaltspapiere jedoch haben auch hier keinen sicheren Zugang zu medizinischer Versorgung.

Die UNAIDS (Gemeinsames Programm der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS) beklagt die drastische Unterfinanzierung des Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria. Seitdem ist der erreichte Rückgang der Neuinfektionen zum Erliegen gekommen. UNAIDS-Chef Michel Sidibé äußerte seine Sorge, dass das Ziel der Beendigung der weltweiten HIV/Aids-Epidemie bis 2030 nicht zu schaffen sein könnte. Angesichts „anderer dringender Probleme wie Terrorismus und Migration“ gehe die finanzielle Unterstützung in dieser kritischen Phase zurück. Diese „anderen dringenden Probleme“ und die Aids-Epidemie haben jedoch einen gemeinsamen Ausgangspunkt: der gnadenlose Konkurrenzkampf um die Macht- und Einflusssphären auf der Welt auf Kosten der Menschheit. So ist das HIV nachweislich ein Produkt der biologischen Waffenproduktion aus dem US-Biowaffenlabor, wie es der mutige Berliner Biologe Jakob Segal aufdeckte.¹ Die weltweiten Kriege und die Flüchtlingsbewegung sind ebenso Produkte des krisengeschüttelten imperialistischen Weltsystems, welches weder Willens noch in der Lage ist, auch nur ein drängendes Zukunftsproblem positiv zu lösen. Mit dieser Politik schafft es sich selber Millionen neuer Feinde.

Im Kampf gegen Aids müssen sich die Massen frei machen von der Denkweise, auf die Vernunft der Herrschenden zu bauen, sondern die gesellschaftlichen Ursachen konsequent ins Visier nehmen. Der Zusammenschluss mit der internationalen revolutionären und Arbeiterbewegung für ein Sofortprogramm zur weltweiten kostenlosen Abgabe der lebensverlängernden Medikamente² und eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Gesellschaft wird dem Kampf gegen Aids neuen Aufschwung geben. Die MLPD hat den Kampf zur Aufdeckung der Ursachen engagiert unterstützt und fordert die kostenlose Behandlung.

¹) Jacob Segal, "AIDS ist besiegbar: die künstliche Herstellung, die Frühtherapie und deren Boykott"

²) Christoph Klug, „AIDS in Afrika, Ein Sofortprogramm für Millionen“

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