International

Gedenken an Genozid und Feminizid in Şhengal und vielen Städten Deutschlands

Gedenken an Genozid und Feminizid in Şhengal und vielen Städten Deutschlands
Bilder von der Gedenkzeremonie in Xanesor/Şengal (fotos: ANF; montage: rf-news))

04.08.16 - Vor zwei Jahren hatte der faschistische sogenannte "Islamische Staat "(IS) einen Völkermord (Genozid) und einen Feminizid an den jesidischen Menschen und speziell den Frauen der Region Şhengal angerichtet (siehe rf-news).

Am zweiten Jahrestag gab es in vielen Ländern Gedenkveranstaltungen, Schweigeminuten und Kundgebungen (siehe rf-news). In Şhengal selber hielten die Şhengal-Verteidigungseinheiten (YBŞ) und Şhengal-Fraueneinheiten (YJŞ) eine militärische Gedenkzeremonie im Dorf Xanesor ab. Laut der kurdischen Nachrichtenagentur ANF beteiligten sich 350 Kämpferinnen und Kämpfer, sowie die Generalkommandeure bzw. -kommandeurinnen der YBŞ/YJŞ, Mazlum Şengal und Raperin Engizek.

In Deutschland stand der Aspekt des Feminizids an den Ezidinnen im Fokus des Gedenkens. So erklärte der Rat der ezidischen Frauen in Şhengal/Sinja im Vorfeld: "Gleichzeitig wurden etwa 5.000 êzidische Mädchen und Frauen vom sogenannten IS gefangengenommen. Sie wurden sich als Kriegsbeute angeeignet, als Sex-Sklavinnen an muslimische Männer verkauft oder IS-Kommandeuren gegeben. Diejenigen, welche sich weigerten zu konvertieren, wurden gefoltert, vergewaltigt und schließlich ermordet.

In Gefangenschaft geborene Kinder wurden ihren Müttern entrissen und einem unbekannten Schicksal übergeben. Frauen, die von IS-Kämpfern vergewaltigt worden waren, begingen Suizid, in dem sie vom Berg Şengal in ihren Tod sprangen. Während eine große Zahl von Frauen befreit werden konnte, befinden sich immer noch etwa 3.000 Frauen und Mädchen in IS-Gefangenschaft."

Aus diesem Grund fanden gestern Demonstrationen, Informationsveranstaltungen, Kundgebungen und Theaterstücke in Düsseldorf, Essen, Celle, Berlin, Bielefeld, Gifhorn, Walsrode, Verden, Hameln, Nienburg, Münster, Hamburg und Oldenburg statt. Auch in der Horster Mitte, wo unter anderem die Bundesgeschäftsstelle der MLPD untergebracht ist, fand eine Schweigeminute statt.

Hier zitierte eine Kollegin eine Dokument der jesidischen Frauen. Sie betonten neben dem unermesslichen Leid, dass die Frauenbewegung auch an Stärke gewonnen hat. Sie haben sich organisiert und nach dem Vorbild von Rojava Volksverteidigungs- und Frauenverteidigugseinheiten aufgebaut - die YBŞ/YJŞ.