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Augsburg: Eine wichtige Montagsaktion

Augsburg: Eine wichtige Montagsaktion
(foto: Bundesweite Montagsdemo)

Augsburg (Korrespondenz), 08.08.16: Mit ca. 50 ständigen Teilnehmern war die Augsburger Montagsdemo vom Anfang diesen Monats die meistbesuchte seit Monaten. Die Kundgebung mit dem Thema "Gegen den Aufbau einer faschistischen Diktatur durch das Erdogan-Regime“ wurde auch in der Augsburger Allgemeinen Zeitung angekündigt.

In den Kurzreden wurden die antidemokratische Bewegung und auch die wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen verurteilt. Auch die negative Rolle der Bundesregierung mit ihrer Duldung, teilweise sogar Unterstützung, spielte eine Rolle. Einige Passanten schlossen sich der Kundgebung spontan an. Am Rand entstanden zum Teil sehr kontroverse und emotionale Auseinandersetzungen, besonders unter Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Es war sehr wichtig, klar zu stellen, dass nicht jeder oder jede, der, bzw. die Erdogan-Aktivitäten unterstützt oder die Türkei-Fahne schwenkt, ein Faschist ist. Viele Menschen in der Türkei sind einfach froh, dass der Militärputsch niedergeschlagen worden ist. Diese Haltung ist allerdings unter den Bedingungen der Errichtung eines faschistischen Systems in der Türkei sehr gefährlich und ein Schlag gegen den kurdischen Freiheitskampf, gegen alle Revolutionäre und alle Bestrebungen für Frieden, Freiheit und Demokratie, nicht nur im Nahen und Mittleren Osten. Auch hier muss gelten: Keinen Fußbreit den Faschisten!

Am meisten Beifall bekamen Redebeiträge, die dem Nationalismus - deutsch oder türkisch - eine internationalistische Sichtweise entgegensetzten. Bei schönstem Wetter spendeten viele Gäste in den Cafes auf dem Kundgebungsplatz immer wieder Applaus. Das gab es in zwölf Jahren Montagsdemo in Augsburg noch kaum. Noch lange diskutierten einige Teilnehmer nach der Veranstaltung untereinander und eine Verbundenheit war spürbar.