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Kämpferische Bergarbeiterbewegung gewinnt Bündnispartner

Kämpferische Bergarbeiterbewegung gewinnt Bündnispartner
International vereint, organisiert und im Bündnis mit der fortschrittlichen Umweltbewegung sind die Kumpel eine unüberwindbare Macht (grafik: MCC)

11.08.16 - Das Bergbaumonopol Ruhrkohle AG (RAG) schafft mehr und mehr Fakten, was den bedrohlichen Anstieg des Grubenwassers in stillgelegten Steinkohlezechen im Ruhrgebiet betrifft. Die RAG hat auf der Schachtanlage Auguste Viktoria in Marl auf Schacht 9 bereits unter Tage die Kabel für die Pumpen gekappt, die Pumpen auf Schacht 9 wurden Amfang Juli abgestellt und die 7. Sohle wird inzwischen weitgehend geflutet, das Grubenwasser steigt an. Dagegen bildete sich eine breite Aktionseinheit, bei der neben der MLPD auch Kommunalwahlbündnisse wie AUF Herten, die Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF und andere mitmachen. Sie rufen zu einer Demonstration am 15. August, um 17.15 Uhr, in der Fußgängerzone in Marl-Hüls auf! (Weitere Infos dazu gibt es hier!)

Die Breite dieses Bündnisses und die zahlreichen Berichte in den Medien und im Fernsehen zeigen, dass nicht „alles zu spät ist“, wie oft behauptet wird - sondern dass die kämpferische Bergarbeiterbewegung große Unterstützung erfährt und zahlreiche Bündnispartner gewinnt, wenn sie ihre sozialen und ökologischen Forderungen energisch vertritt.

Dabei deckt sie auch die Lügen des Bergbaumunopols auf: Der RAG-Sprecher Christof Beike behauptet, dass das Grubenwasser „nur in geringsten Mengen“ PCB enthalte.¹ Dagegen heißt es selbst im Bericht des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums vom Januar 2015: „An der Emscher wurden an fünf untersuchten Zechenstandorten in den Schwebstoffen der Grubenwassereinleitungen eines stillgelegten und eines noch aktiven Bergwerkes hohe Konzentrationen der Kongerene PCB 28 und 52 gefunden, die um ein Vielfaches über der Umweltqualitätsnorm lagen“.

Statt aber aus dieser Feststellung Konsequenzen zu ziehen und sofort Maßnahmen zur Entsorgung des unter Tage eingelagerten PCB und Giftmülls zu ziehen redet NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) öffentlich umweltfreundlich: „Wir können das Grubenwasser nicht ansteigen lassen, bevor Klarheit in Sachen PCB und Giftmüll unter Tage besteht."² Nicht öffentlich spricht er eine ganz andere Sprache und macht das Ansteigen des Grubenwassers von angeblich „zwingenden grubensicherheitstechnischen Gründen“³ abhängig, die ihm die RAG vorgibt.

Hintergrund der zunehmenden Skrupellosigkeit der RAG ist der verschärfte Konkurrenzkampf der weltweiten Bergbaukonzerne. Der Weltsteinkohlepreis ist seit Juli 2013 um rund 25 Prozent gefallen. Weltweit nehmen die Bergbaukonzerne das zum Anlass, zu Massenentlassungen von Kohlebergleuten zu schreiten, Löhne zu drücken und die Ausbeutung der Natur drastisch zu verschärfen. Alleine in Australien sollen in 2015 und 2016 rund 85.000 der 135.000 Kohlebergleute ihren Job verlieren!

Weltweit gib es zahlreiche Kämpfe von Bergleuten und den breiten Massen in den Kohleregionen gegen die Bergbaumonopole und der von ihnen zu verantwortenden mutwilligen Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur. Auf den Philippinen hat der neue Präsident Duterte unter Druck einer breiten Massenbewegung angekündigt, gegen umweltzerstörerische Tagebauten vorzugehen. In Deutschland sehen sich die Kumpel einig mit dem Massenwiderstand gegen das extrem umweltzerstörerische Fracking. Die Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF verbindet den Kampf gegen die mutwillige Zerstörung der natürlichen Umwelt aktiv mit dem Kampf um jeden Arbeitsplatz im Bergbau. Der Kampf gegen die Zechenschließungen und der Kampf gegen die Zerstörung der natürlichen Umwelt bildet eine Einheit. Die Kumpel, die am besten wissen, wie man mit natürlichen Lebensgrundlagen umgeht und sie schützt, und die Kämpfer für die Einheit zwischen Mensch und Natur stehen auf derselben Seite.

Um den weltweiten Kampf für die sozialen und die ökologischen Forderungen der Bergarbeiter und der Bevölkerung in den Bergbauregionen zu koordinieren, gemeinsame Forderungen aufzustellen und die Kräfte zu bündeln, bereiten zahlreiche Bergarbeiterorganisationen weltweit die 2. Internationale Bergarbeiterkonferenz im Februar 2017 in Indien vor (Weitere Infos dazu hier!). 

¹) WAZ Marl, 18.6.2016

²) Sprecher des Umweltministers Remmel laut WAZ, 29.7.2015

³) Brief des NRW-Umweltministeriums vom 6.6.2016