Wirtschaft

Daimler bereitet Massenentlassung in Brasilien vor

Daimler bereitet Massenentlassung in Brasilien vor
Protestaktion bei Daimler Brasilien (foto: Adonis Guerra/SMABC)

Stuttgart (Korrespondenz), 10.08.16: „Von den knapp 10.000 Mitarbeitern (des LKW-Werks in Sao Bernardo do Campo) seien 1.870 überflüssig, teilte das Unternehmen der Belegschaft mit“.¹ Daimler begründet das mit der seit drei Jahren anhaltenden Wirtschaftskrise, die seit 2013 für einen Rückgang von LKW und Bussen um ein Drittel sorgte. Mit einer Massenentlassung, bei dem die Existenz sehr vieler Arbeiterfamilien zerstört wird, will Daimler die Krisenlasten auf diese abwälzen. Denn die Umsatzrendite bei Daimler Trucks von 7,2 Prozent im ersten Halbjahr darf natürlich nicht sinken, sondern soll möglichst auf 8 Prozent gesteigert werden, wie der LKW-Vorstand Wolfgang Bernhard im Juni sagte.

Doch die Mercedes-Kollegen und ihre Gewerkschaft SMABC sind bekannt für ihre Kampfkraft. Auf diese Provokation haben SMABC und die Kollegen die richtige Antwort gegeben: am 4. August marschierten 800 Arbeiter durch das Werk! Sie machten damit deutlich, dass ihre Alternative die Zurücknahme der Entlassungspläne und unbezahlte Freistellung ist, weil sie für die Krise nicht verantwortlich gemacht werden können.

Ein unbefristeter Streik bei Mercedes würde auch die um ihre Arbeitsplätze kämpfenden VW- und andere Kollegen in Brasilien ermutigen, gegen die Abwälzung der Krisenlasten offensiv zu kämpfen und dazu den gemeinsamen Schulterschluss zu suchen. Dieser Kampf braucht unsere Solidarität! Er ist auch eine praktische Herausforderung, die auf der 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz (IAC) vereinbarten Selbstverpflichtungen einzulösen - als weiteren Schritt hin zur internationalen Automobilarbeiterkoordination.

Hier gibt es weitere Infos zur 1. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz!

¹) Stuttgarter Zeitung, 9.8.2016