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Hiroshima und Nagasaki mahnen - ICOR-Kampftag gegen Faschismus und Krieg

Hiroshima und Nagasaki mahnen - ICOR-Kampftag gegen Faschismus und Krieg
Der aufsteigende Atompilz von Hiroshima kurz nach der Explosion (foto: Hiromichi Matsuda)

09.08.16 - Auf der Gründungskonferenz der revolutionären Weltorganisation (Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen) ICOR im Oktober 2010 wurde beschlossen, den Jahrestag des Atombombenabwurfs über Hiroshima am 6. August als einen ihrer drei Kampftage gegen Faschismus und Krieg - neben dem Jahrestag der Befreiung vom Hitler-Faschismus am 8. Mai und dem Antikriegstag am 1. September - zu begehen. Am 6. August fanden vor allem in Asien, aber auch in vielen anderen Ländern - wie unter anderem Deutschland - Gedenk- und Protestaktionen statt.

Die indische ICOR-Partei CPI(ML) Red Star hat zu landesweiten Aktionen am 15. August aufgerufen. In ihrer Zeitung heißt es dazu: "Der Kampf für den Erhalt des Weltfriedens muss weltweit gegen den Imperalismus geführt werden. Die ICOR kämpft gegen alle imperialistischen Mächte und die verschiedensten Arten von Kriegsgründen. ... Kriege und Kriegsgefahr können nur durch die revolutionäre Überwindung des imperialistischen Weltsystems beseitigt werden."

Am 6. bzw. 8. August 1945 zündeten US-Bomber über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki Atombomben. Diese Verbrechen an der Menschheit haben sich weltweit unauslöschlich ins Gedächtnis vieler Menschen eingebrannt. 260.000 Menschen starben in Hiroshima und Nagasaki sofort den Strahlentod. Bis 2016 sind an die 400.000 "Hibakusha", also Überlebende der Atombombenabwürfe an den atomaren Langzeitfolgen, an Leukämie oder anderen Krebsformen gestorben. Bis in die dritte Generation kommen Kinder mit Missbildungen zur Welt – ein Ende ist nicht absehbar.

Bis heute lehnen die USA jede Verantwortung für die verheerenden Folgen der Atombombenabwürfe ab. "Friedensnobelpreisträger" Barack Obama stattete Hiroshima im Mai diesen Jahres als erster US-Präsident einen Besuch ab, dabei sagte er scheinbar anklagend: "Vor 71 Jahren fiel der Tod vom Himmel und die Welt veränderte sich." Doch äußerte er weder eine Entschuldigung noch versprach er irgendwelche "Wiedergutmachung".

Das japanische Action Comittee zum 71. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki kritisierte Obamas Besuch. In Tokio und anderen Städten protestierten Tausende dagegen. Schon im Februar fanden in Tokio und in dreizehn weiteren Präfekturen Schülerdemonstrationen gegen den Ausbau der japanischen Armee und gegen die von der Regierung angestrebte Änderung der Verfassung statt, die bisher das Führen von Angriffskriegen verbietet. Die Schüler-Proteste waren Teil einer Kampagne von Jugendgruppen gegen die militaristische Politik der Regierung von Shinzo Abe.

Am Samstag nahmen rund 50.000 Menschen an der traditionellen Gedenkzeremonie im Friedenspark von Hiroshima teil. Bürgermeister Kazumi Matsui forderte die Abschaffung aller Nuklearwaffen. Angesichts dessen ist es besonders zynisch, dass gerade die japanische Regierung von Shinzo Abe die stillgelegten Atomkraftwerke wieder in Betrieb nimmt und bewaffnete Auslandseinsätze möglich machen will.

Die Gefahr des Einsatzes von Atomwaffen und eines atomaren Weltkriegs gehört keineswegs der Vergangenheit an. Die sprunghafte Verschiebung der Kräfteverhältnisse lässt die allgemeine Kriegsgefahr auf der Welt wachsen. Das zeigt der Krieg in Syrien, in dem verschiedenste imperialistische und neoimperialistische Mächte um den Haupteinfluss kämpfen. Auch der Brennpunkt Ukraine kann weiterhin zum Auslöser eines Weltenbrands werden.

Auch wenn die MLPD jede ehrliche Friedensinitiative unterstützt, so besteht die entscheidende Schlussfolgerung darin: Kriege und Kriegsgefahr wird es so lange geben wie der Imperialismus existiert. Die wichtigste Schlussfolgerung aus Hiroshima und Nagasaki muss der Kampf um nationale und soziale Befreiung und die Vorbereitung der internationalen sozialistischen Revolution sein.