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Demonstranten in Dortmund festgenommen, weil sie "was zur PKK sagten"

Demonstranten in Dortmund festgenommen, weil sie "was zur PKK sagten"
(rf-foto)

Dortmund (Korrespondenz) 16.08.16: Bei der Demonstration zur Freilassung von PKK-Führer Abdullah Öcalan in Dortmund wurde am vergangenen Samstag eine junge Rebellin zur Feststellung der Personalien von der Polizei festgenommen. Der Vorwurf: „Sie habe am Mikrofon was zur PKK gesagt.“ Auch drei bis vier kurdische Kollegen wurden vorübergehend festgenommen. Rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dem Aufruf der kurdischen Dachorganisation NAV-DEM gefolgt (siehe rf-news).

Der Kreisverband der MLPD und der Jugendverband REBELL nahmen mit Transparenten an der Demonstration und der anschließenden Kundgebung teil. Am offenen Mikrofon wurden abwechselnd kurdische und deutsche Parolen gerufen und Lieder gesungen. Sie richteten sich gegen die Errichtung einer faschistischen Diktatur in der Türkei und die Faschisierung des Staatsapparates durch die Merkel/Steinmeier-Regierung. Hunderte Demonstrationsteilnehmerinnen und -teilnehmer riefen wiederholt "PKK" und klatschten in die Hände. Und dafür wird eine Jugendliche wie eine Verbrecherin behandelt und von acht Polizisten umzingelt?

Der Redner der MLPD griff das Vorgehen der Polizei scharf an: "Für die Bundesregierung sind Befreiungskämpfer und Revolutionäre Terroristen, deshalb verbietet sie die PKK, deshalb werden jugendliche Revolutionäre mit Strafanzeigen bedroht. Die wahren Terroristen sitzen jedoch in Ankara und errichten mit ihrem Staatsterror eine faschistische Diktatur!" Die Kundgebungsteilnehmer machten eine Sitzblockade, bis alle Festgenommenen wieder frei waren. Mit viel Beifall wurde allen Betroffenen die volle Solidarität zugesichert.