Umwelt

Gegner der Verfüllung und Flutung von Zechen demonstrieren in Marl

Gegner der Verfüllung und Flutung von Zechen demonstrieren in Marl
Die Demonstration in der Fußgängerzone von Marl-Hüls (rf-foto)

Marl (Korrespondenz), 16.08.16: 70 Demonstrantinnen und Demonstranten unter anderem von der Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF, der Umweltgewerkschaft, einer örtlichen Bürgerinitiative, kommunalen Bündnissen und der MLPD sowie Anwohnerinnen und Anwohner zogen gestern von der Fußgängerzone ins Wohngebiet Marl-Hüls und forderten den Stopp der Verfüllung und Flutung von Auguste Victoria (AV) sowie anderer Zechen im Pott. Im Kreuzfeuer stand die Ruhrkohle AG (RAG). Sie schafft mit der Teilflutung von alten Abbaufeldern trotz des eingelagerten hochtoxischen Giftmülls und PCBs Tatsachen im vollen Bewusstsein der Gefahren. Die RAG befördert damit diese Stoffe in die Lithosphäre und gefährdet so die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen einer ganzen Region.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verlangten von der RAG, das Anfahrverbot für Christian Link zurückzunehmen. Dieser Bergmann und Sprecher der Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF hatte den ganzen Skandal publik gemacht und wurde dafür abgestraft. Die RAG muss sich öffentlich entschuldigen.

Mit dieser ersten Demo setzen die Demonstrantinnen und Demonstranten ein Zeichen. Teilnehmer vom linken Niederrhein bis Bergkamen folgten dem Aufruf der Bürgerversammlung im Vest. Sie berichteten von der Kaltschnäuzigkeit der Ruhrkohle AG und wie sich insbesondere die Bezirksregierung Arnsberg - das frühere Bergamt - sogar über die Anweisung der Landesregierung hinwegsetzt, den Grubenwasserspiegel nicht ansteigen zu lassen. Und was macht die Landesregierung? Sie schaut dieser Tätigkeit der Bezirksregierung und der RAG tatenlos zu.

Alle Demonstranten waren sich einig, dass dies heute ein Anfang ist, die Zusammenarbeit intensiviert werden muss und keiner alleine steht. In anderen Bergbauregionen der Welt wie in Kolumbien kämpfen die Bergleute und Bewohner gemeinsam mit den Bauern gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen durch den rigorosen Tagebergbau. Die internationale Bergarbeiterkonferenz ist ein Forum, auf dem wir uns zusammenschließen.

Wir können mit unseren Erfahrungen dort einen wichtigen Beitrag leisten und den international koordinierten Widerstand in der Umweltfrage mit vorantreiben. Viele Bewohner in Hüls hörten den Rednern auf der Demo sehr ernsthaft zu. Das gibt Stoff für die nächste Bürgerversammlung am 25. August um 19 Uhr im Ernst-Reuter-Haus, Marl Hamm, Sperberweg 3.