Umwelt

Verheerende Waldbrände in Südeuropa

Verheerende Waldbrände in Südeuropa
(foto: Gemeinfrei)

15.08.16 - Mit großem Pomp wurde Ende letzten Jahres das Pariser "Klimaschutzabkommen" als Erfolg im Kampf gegen die weltweite Klimaerwärmung gefeiert. Das Abkommen enthält keinerlei verbindliche Ziele zum Schutz des Weltklimas und ist vollkommen wirkungslos. In den letzten Tagen und Wochen häufen sich Meldungen über verheerende Waldbrände in Nordamerika und Südeuropa, ohne die Ursachen dafür zu beleuchten.

Im Mai vernichteten Waldbrände in Kanada Forstbestände von mindestens der doppelten Größe Berlins. Ganze Straßenzüge der Stadt Fort Mc Murray verbrannten. Die Einsatzkräfte bekamen die Feuer nicht unter Kontrolle. Ähnliche Bilder gab es in den letzten Tagen bei verheerenden Bränden auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira, der spanischen Atlantikinsel La Palma, in Nordportugal oder Südfrankreich. Auch hier waren Städte bedroht, auf Madeira die Inselhauptstadt Funchal, in Südfrankreich die Stadt Vitrolles in der Nähe Nizzas. Neue Brände sind in Griechenland sowie im spanischen Galizien ausgebrochen.

Im Mai 2016 schrieb der SPIEGEL-Redakteur Axel Bojanowski über die "Mär von Klimawandel-Waldbränden" und meinte zu den Bränden in Kanada, dass nicht der "Klimawandel", sondern das "El-Nino-Phänomen" für die außergewöhnliche Trockenheit, Hitze und die Brände verantwortlich sei. Globale Klimaerwärmung und Mega-"El-Nino" hängen aber zusammen. Im Rote Fahne Magazin 5/2016 schrieb dazu Dr. Günther Bittel, umweltpolitischer Sprecher der MLPD:

"Die Verstärkung des El-Nino-Phänomens mit verheerenden Auswirkungen ist einerseits Folge der Klimaerwärmung. Andererseits wirkt sie verstärkend darauf zurück. Die bürgerliche Wissenschaft betrachtet diese Phänomene im Wesentlichen vereinzelt. ... Notwendig ist dagegen, mit der dialektischen Methode zu arbeiten und die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zu analysieren. Tatsächlich durchdringen sich hier menschengemachte und natürliche Phänomene: die globale Klimaerwärmung, Zerstörung der Wälder und der Meeresökologie, die Folgen destruktiver kapitalistischer Landwirtschaft und Landraubs mit natürlichen Wetter- und Klimazyklen wie El Nino. Diese verändern sich unter dem Einfluss dieser Wechselwirkung selbst wiederum entscheidend. In dieser destruktiven Wechselwirkung beschleunigt sich der Übergang in die globale Umweltkatastrophe."¹

Nicht nur Brände, auch verheerende regionale Überschwemmungen nehmen zu - durch Dauerregen oder wie aus dem nichts aufziehende lokale Starkregenfronten. Ende Juli prasselten innerhalb von zwei Stunden Regenmassen "in bisher nicht gekannter Intensität"²  auf Berlin. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Aktuell verheeren gigantische Fluten den Süden der USA. Der Bundesstaat Lousiana wurde zum Katastrophengebiet erklärt.

Der Verzicht auf die Nutzung fossiler Energieträger mit ihrem verheerenden Ausstoß an Treibhausgasen kann nicht durch unverbindliche Klimaschutzkonferenzen unter Regie des internationalen Finanzkapitals, sondern nur durch den weltweiten gemeinsamen Kampf der Volksmassen und der Arbeiterklasse zum Schutz der Umwelt vor der Profitwirtschaft erreicht werden. Höhepunkte, um dafür Zeichen zu setzen, sind die Anti–TTIP-Demo in Köln am 17. September, die Herbst-Demo der Montagsdemobewegung am 1. Oktober und der internationale Umweltkampftag im Dezember.

¹) Rote Fahne Magazin, 5/2016

²) Stephan Natz, Wasserbetriebe Berlin

Mehr dazu im Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?" von Stefan Engel. Es kann hier bestellt werden!

Das Rote Fahne Magazin 5/2016 mit dem Schwerpunkt "El Nino Extrem - sehenden Auges in die Katastrophe?" ist noch erhältlich und kann hier bestellt werden!