Politik

Heute vor 50 Jahren ist Wolfgang Langhoff gestorben

Heute vor 50 Jahren ist Wolfgang Langhoff gestorben

Solingen (Korrespondenz), 25.08.16: Am 25. August 1966 starb nach langer schwerer Krankheit im Alter von 65 Jahren Wolfgang Langhoff. Berühmt wurde er durch seinen 1935 erschienenen Roman "Die Moorsoldaten - 13 Monate Konzentrationslager". Darin hat er seine eigenen Erfahrungen im KZ Börgermoor verarbeitet.

Der Roman "Die Moorsoldaten" war einer der ersten Augenzeugenberichte aus einem KZ der faschistischen Hitlerdiktatur. Das Buch fand weltweit Beachtung. Wolfgang Langhoff war Mitglied der KPD, aktiv bei der ASSO (Assoziation revolutionärer bildender Künstler), künstlerischer Leiter der 1930 gegründeten Agitprop-Truppe "Nordwest-Ran“ und arbeitet in Düsseldorf als Schauspieler und Dramaturg.

Dort hatte er - blond, markantes Jünglingsgesicht – die ganz großen Rollen gespielt, er gibt sich als umschwärmter Dandy. Und wird immer unzufriedener. "Ich lebte ein Scheinleben auf der Bühne. Und sah aber, wie um mich herum, im wirklichen Leben, die Arbeiter erwerbslos wurden, die Arbeiter ausgesperrt wurden, wie der Kampf des Volkes immer härter und immer schwerer wurde, und ich fragte mich, ob es eigentlich überhaupt einen Sinn habe, auf der Bühne zu stehen, für Ideale da zu sein." 1928 schließt sich Langhoff der kommunistischen Partei an.

Im KZ denkt er daran, sich das Leben zu nehmen. Bis er mit der geheimen kommunistischen Lagerleitung in Kontakt kommt. Die Genossen retten ihm das Leben – das wird ihnen Wolfgang Langhoff nie vergessen.

Willi Dickhut, Vordenker und Mitbegründer der MLPD, der W. Langhoff vor und während seiner Internierung im KZ kannte, schrieb 1973 in seinem Vorwort zum o.g. Roman: "Er hatte eine mitreißende Art zu rezitieren, die vor allem uns damals junge Arbeiter begeisterte." Nach seiner Entlassung aus dem KZ konnte er in die Schweiz fliehen. Am Züricher Schauspielhaus arbeitet er mit vielen anderen Emigranten. Nach der Befreiung vom Faschismus zog er in die DDR und leitet ab 1946 das Deutsche Theater in Berlin und war Mitglied der Akademie der Künste der DDR. Willi Dickhut: "In den letzten Lebensjahren hatte er heftige Auseinandersetzungen mit der DDR-Kulturkommission ... Das Buch DIE MOORSOLDATEN kann dazu beitragen, den jungen Menschen die Augen über den faschistischen Terror zu öffnen und sie am Beispiel der 'Moorsoldaten' von der Notwendigkeit des antifaschistischen Kampfes zur Verhinderung der Errichtung einer neuen faschistischen Diktatur zu überzeugen."

Der Verlag Neuer Weg hat "Die Moorsoldaten" 1973 neu herausgegeben und seither exklusiv vertrieben. Inzwischen erlebte es seine 11. Auflage! Dazu wurde der Klassiker der antifaschistischen Literatur neu gesetzt und mit weiteren Bilddokumenten ausgestattet. Auf der zugehörigen Webseite kann man das Buch nicht nur bestellen, sondern in einer Leseprobe schmökern, das  Vorwort von Willi Dickhut zur Neuherausgabe 1973 und das zur jetzigen 11. Auflage lesen, das Lied "Die Moorsoldaten" hören und anderes mehr.

Hier der Link zur Webseite des VNW zu "Die Moorsoldaten"