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Erdogan in der Defensive, IS auf der Verliererstraße - aggressive Attacken auf Rojava

Erdogan in der Defensive, IS auf der Verliererstraße - aggressive Attacken auf Rojava
Foto: ICOR-Aufruf zum Kampftag gegen Faschismus und Krieg

23.08.16 - Die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), deren Kern die kurdischen Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG/YPJ) aus Rojava bilden, haben vor zehn Tagen nach einem 73-tägigen verlustreichen Kampf den faschistischen "Islamischen Staat" (IS) aus der strategisch wichtigen Stadt Manbidsch in Nordsyrien vertrieben. Damit wurde auch der direkte Nachschub aus der Türkei in das Zentrum des IS in Rakka unterbunden. Zugleich wurden die Voraussetzungen verbessert, die drei Kantone Rojavas zu vereinen und die wichtige Grenzstadt Dscharblus zu erobern.

Diese bedeutenden Erfolge sind der beharrlichen und aufopferungsvollen Umsetzung der Strategie des kurdischen Freiheitskampfs zu verdanken. Als Reaktion auf seine Niederlagen schlägt der IS wütend und aggressiv um sich. Der Anschlag auf eine kurdische Hochzeitsfeier im südosttürkischen Gaziantep forderte 54 Todesopfer, darunter mindestens 22 Kinder und Jugendliche. Offensichtlich ist das Massaker ein IS-Racheakt.

Die Erfolge der SDF gegen den IS und eine mögliche Vereinigung der drei kurdischen Kantone Nordsyriens bedeuten auch einen Rückschlag für die Ziele des Erdogan-Regimes. Die türkische Regierung verschärft mit der Errichtung einer faschistischen Diktatur auch ihre militärische Aggression gegen die Freiheitskämpfer in Nordsyrien. Dazu missbrauchte sie umgehend in zynischer Weise das Massaker. Außenminister Cavusoglu kündigte an, die Grenzregion zu Syrien "komplett von Terroristen zu säubern". Den IS unterstützt das Erdogan-Regime weiterhin mit Waffen und Logistik. Also können mit "Terroristen" ausschließlich die Freiheitskämpfer von Rojava gemeint sein. Ausgerechnet sie, die die bisher bedeutendsten und entscheidenden Erfolge gegen den IS erzielten und damit weit über die Region hinaus den Menschen einen Dienst erweisen, u.a. in Europa.

Das türkische Militär bombardierte gestern und heute Stellungen der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) in der nordsyrischen Region Manbidsch: "Die Türkei hat Stellungen rund 20 Kilometer von der Grenze beschossen", sagte Scherwan Darwish, ein Sprecher der Kurden in der Region. Der türkische Ministerpräsident Yildirim hatte bereits zuvor für die kommenden sechs Monate ein "aktiveres Vorgehen" seines Landes in Syrien angekündigt. Um weitere Erfolge der Demokratischen Kräfte Syriens und eine Vereinigung der drei Kantone Rojavas zu verhindern, ist Erdogan jedes Mittel recht. Er begrüßte die Luftangriffe der syrischen Armee auf kurdische Stellungen bei Hasaka, die viele Zivilisten trafen und in die Flucht schlugen. Erdogan verhandelt mit dem Iran und Russland über die Wiederherstellung politischer Beziehungen. Vordergründig soll es um eine Allianz gegen den IS gehen, in Wahrheit geht es gegen den kurdischen Befreiungskampf. Aus türkischen Kreisen verlautete: "Das Hauptziel des jüngsten Einsatzes ist, einen Korridor für gemäßigte Rebellen zu öffnen." Offensichtlich sollen diese von der Türkei gesteuerten, ebenfalls reaktionären und faschistischen Kräfte die vom IS besetzte syrische Grenzstadt Dscharablus einnehmen.

Die Kumpanei der Bundesregierung mit dem Erdogan-Regime, das Revolutionäre, Demokraten und Linke - Kurden wie Türken - gnadenlos unterdrückt, muss ein Ende haben! Alle Bundeswehrtruppen müssen unmittelbar aus der Türkei abgezogen werden und die diplomatischen Beziehungen Deutschlands zur Türkei abgebrochen werden. Dafür muss die Bundesregierung die selbstverwaltete Region in Rojava/Nordsyrien völkerrechtlich anerkennen. Die Flüchtlinge und alle Unterdrückten brauchen Asylrecht auf antifaschistischer Grundlage.