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Weltweite Jugendarbeitslosigkeit wächst wieder an

Weltweite Jugendarbeitslosigkeit wächst wieder an
Transparent beim Jugendaktionstag der IG Metall am 25.9.2014 in Köln (rf-foto)

28.08.16 - Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf erwartet, dass die Zahl der arbeitslosen 15- bis 24-Jährigen in diesem Jahr weltweit um 500.000 auf 71 Millionen steigen wird. Besonders drastisch ist die Situation in den nordafrikanischen und arabischen Ländern, wo die offizielle Arbeitslosigkeit von Jugendlichen ca. 30 Prozent beträgt. "Die ILO beklagt, dass junge Menschen in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern selbst mit Jobs unterhalb der UN-Armutsgrenze leben. In diesen Ländern müssten 156 Millionen arbeitende junge Menschen mit weniger als 3,10 US-Dollar am Tag (rund 2,75 Euro) auskommen." ("Schwarzwälder Bote", 25.08.16)

In mehreren Ländern Europas liegt die offizielle Jugendarbeitslosigkeit noch höher: In Griechenland bei 47,4 Prozent, in Spanien bei 45,8 Prozent und in Italien bei 36,5 Prozent. In der Europäischen Union liegt die offizielle Arbeitslosenrate von Jugendlichen im Schnitt bei 18,5 Prozent. In Deutschland im Vergleichszeitraum Juni bei 7,2 Prozent.

Alle diese Zahlen sind die offiziellen Angaben der Arbeitsagenturen bzw. Regierungen. Viele arbeitslose und unterbeschäftigte Jugendliche werden dabei gar nicht erfasst. Nicht gezählt werden in Deutschland z.B. die vielen Jugendlichen, die in Praktika ohne irgendeine Zuwendung arbeiten. Dass in Deutschland die Jugendarbeitslosigkeit vergleichweise niedriger ist, liegt auch daran, dass es als führendes imperialistischen Land in der EU die Folgen der letzten Weltwirtschafts- und Finanzkrise teilweise dämpfen und auf andere schwächere EU-Läner abwälzen konnte.

Am 3. Juli 2013 hat die Europäische Union auf einem Sondergipfel ein milliardenschweres Programm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit in der EU beschlossen. Gebracht hat dieses Programm allerdings nur eine geringe Senkung der Jugendarbeitslosigkeit, die mit dem relativen Rückgang der Arbeitslosenzahlen nach dem Ende der Weltwirtschafts- und Finanzkrise zusammenfiel. Jetzt steigen sie in mehreren Ländern wieder an.

Mit Programmen wie dem der EU wird so getan, als ob dem allein herrschenden internationalen Finanzkapital die Zukunft der Jugend am Herzen läge. Die weltweit wachsende Jugendarbeitslosigkeit macht aber deutlich, dass der Kapitalismus der Jugend auf der Welt nirgendwo eine Perspektive zu bieten hat.

Es ist genauso verantwortlich für die wachsende Kriegsgefahr. Deshalb ist auch die Verpflichtung bei der Bundeswehr oder der Polizei kein Ausweg für die Jugend. Mit raffinierten Werbekampagnen versucht die Bundeswehr, ihren Charakter als imperialistische Armee zu übertünchen und Jugendliche für die Verpflichtung zu ködern. Auf Plakaten prangen Werbesprüche wie: "Wir kämpfen dafür, dass Du gegen uns sein kannst!" Was sich demokratisch und liberal anhört, stellt die Wirklichkeit auf den Kopf. Die von der Regierung geplante Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr im Inneren zielen doch gerade darauf ab, die Armee zur Niederschlagung revolutionärer Massenkämpfe gegen dieses kapitalistischen System einzusetzen. Sie dient der Aufrechterhaltung eines Systems, das bürgerlich-demokratische Rechte und Freiheiten zunehmend einschränkt.

Wer gegen Jugendarbeitslosigkeit genauso wie gegen die Militarisierung der Jugend konsequent vorgehen und das Problem der Jugendarbeitslosigkeit an der Wurzel packen will, muss sich in der MLPD bzw. ihrem Jugendverband REBELL organisieren. Sie treten für die sozialistische Perspektive auf der ganzen Welt ein, unter anderem weil es nicht angeht, dass die wertvollen Fähigkeiten und Initiativen von Millionen von Jugendlichen brachliegen, statt sie sinnvoll einzusetzen.

Die MLPD verwirklicht heute schon eine intensive Jugendarbeit, setzt sich gemeinsam mit ihrem Jugendverband für gründliche Berufsausbildung, eine zehnprozentige Ausbildungsquote in der Großindustrie sowie die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden entsprechend ihrer Ausbildung ein. Die MLPD organisiert mit dem REBELL eine Lebensschule der proletarischen Denkweise, um den Jugendlichen zu helfen, mit Resignation, Drogengefahren oder Kriminalität fertigzuwerden und ihrem Leben einen positiven Sinn zu geben. Ein Highlight war das kürzlich zu Ende gegangene Sommercamp des REBELL.