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Antikriegstag 2016: "Wenn die Massen etwas zu sagen hätten, dann gäbe es keinen Krieg"

Antikriegstag 2016: "Wenn die Massen etwas zu sagen hätten, dann gäbe es keinen Krieg"
Kämpferinnen der Syrischen Demokratischen Kräfte stellen sich der faschistischen Invasion durch die türkische Armee in den Weg

01.09.16 - Vor 77 Jahren - am 1. September 1939 - begann der zweite Weltkrieg. Das faschistische Deutschland unter seinem Diktator Hitler hatte völkerrechtswidrig Polen überfallen. Vor wenigen Tagen, am 24. August, hat der türkische Diktator Recep Tyyip Erdogan seine Truppen in das Nachbarland Syrien einmarschieren lassen. Die Welt ist nicht friedlicher geworden seit dem II. Weltkrieg. Auch wenn dies von den EU-Mächtigen gerne behauptet wird. Das ist auch kein Zufall, weil die ungleichmäßige Entwicklung der konkurrierenden kapitalistischen Länder und Monopole nach wie vor besteht. Sie ist der eigentliche Grund für die immer wieder auftretenden kapitalistischen Raubkriege. Heute finden weltweit Aktivitäten gegen Faschismus und Krieg statt – unter anderem die revolutionäre Weltorganisation ICOR hat dazu aufgerufen (den Aufruf lesen).

"Wir haben aktuell viele Kriegsherde", so Stefan Engel, der Vorsitzende der MLPD vor drei Tagen auf der Montagsdemo in Gelsenkirchen: "So in der Ukraine, in Afghanistan, in Syrien als dem brutalsten Krieg zur Zeit, aber auch im Irak. Auch auf anderen Kontinenten werden Kriege geführt, so dem afrikanischen Kontinent, oder es wächst die Kriegsgefahr im chinesischen Meer, wo imperialistische Mächte um die Vorherrschaft an den Grenzen um Japan, China, Vietnam, Südkorea, Nordkorea ringen.

Wenn man gegen Krieg ist, muss man sich auch immer mit den Ursachen des Kriegs beschäftigen. Eine Ursache in der Neuzeit ist z.B. die Verschiebung von Kräfteverhältnissen oder wenn neue imperialistische Kräfte auftauchen, die die Kräfteverhältnisse verschieben wollen und die bisherigen Einflusssphären nicht mehr akzeptieren.

Das sehen wir gerade im Syrienkrieg, der ursprünglich ein Kampf für Freiheit und Demokratie war, der brutal vom Assad-Regime niedergeschlagen wurde. Dann haben sich die verschiedensten Kräfte eingemischt, die Kräfte des Iran, aus Saudi-Arabien, Katar, Türkei, der Nato natürlich, die USA und Russland. ... Es ist vor allem die Entwicklung zu den neuimperialistischen Ländern, die die Verhältnisse aggressiver und komplizierter gemacht hat. ...

Wenn die Massen etwas zu sagen hätten, dann gäbe es keinen Krieg. Ich glaube nicht, dass die Bevölkerung in Syrien ein Interesse an irgendeinem Krieg hätte und überall, wo es Kriege gibt, sind es vor allem die Herrschenden, die diese Politik betreiben. Darauf müssen wir unser Augenmerk an diesem Antikriegstag richten. ...

Wir vertrauen auf die Bevölkerung und darauf, dass Krieg, Faschismus und Reaktion auf den Widerstand der Bevölkerung treffen. Unsere Losung ist die internationale Solidarität. Unsere ganze Arbeit besteht darin, dass die Völker und die internationale Arbeiterklasse nicht aufeinander schießen, dass sie sich vereinigen gegen diese Ausbeuter und Unterdrücker und eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung und ohne Kriege schaffen. Das geht nur im echten Sozialismus."

Die aktuelle Ausgabe des Rote Fahne Magazins hat das Schwerpunktthema „Faschistischer Terror – Woher er kommt und wie er besiegt werden kann“ – Sie kann hier bestellt werden.